Ratgeber › Lage und Saison
Schädlingskalender: wann welche Art gemeldet wird
Ratten im Herbst, Wespen im August, Eichenprozessionsspinner ab Mai, Tigermücke bis September, Marder im Sommer: der Kalender mit Monatstabelle und Quellen.
Lesezeit etwa 8 Minuten · Stand 08.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Art hat ihre Saison. Ratten und Mäuse fallen ab Herbst auf, wenn sie in Gebäude ziehen. Wespen erreichen im August den Höhepunkt, das Volk stirbt bis Oktober.
- Der Eichenprozessionsspinner ist von Mitte Mai bis Ende Juni gefährlich, die Tigermücke von Mai bis September, der Marder macht von April bis September Lärm.
- Die Monatstabelle zeigt, wann Meldungen typischerweise zunehmen. Das Radar zählt Meldungen je Postleitzahl und zeigt, ob Ihre Gegend im Rhythmus liegt oder abweicht.
- Vorbeugen heißt, vor der Saison zu handeln: Zugänge im Spätsommer schließen, Wespennest-Attrappen im April aufhängen, Regentonnen ab Mai abdecken.
Schädlinge halten sich an den Kalender. Ratten und Mäuse ziehen im Herbst in Gebäude, Wespen sind im August am zahlreichsten, der Eichenprozessionsspinner brennt von Mitte Mai bis Ende Juni, die Tigermücke fliegt von Mai bis September, und der Marder poltert von April bis September auf dem Dachboden. Wer diese Rhythmen kennt, meldet früher und beugt rechtzeitig vor. Dieser Kalender fasst die belegten Zeiträume je Art zusammen und zeigt, wie das Radar sie im Lagebild sichtbar macht.
Die Monatstabelle
| Art | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ratten im Gebäude | ●● | ●● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ●● | ●●● | ●●● | ●● |
| Ratten im Garten | ● | ● | ●● | ●● | ●● | ●● | ●● | ●● | ●● | ●● | ● | ● |
| Mäuse im Haus | ●● | ●● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ●● | ●●● | ●●● | ●● |
| Wespen | ● | ● | ●● | ●● | ●●● | ●●● | ● | |||||
| Hornissen | ● | ● | ●● | ●● | ●●● | ●● | ||||||
| Asiatische Hornisse | ● | ● | ● | ●● | ●● | ●●● | ●●● | ● | ||||
| Eichenprozessionsspinner | ● | ●●● | ●●● | ●● | ● | |||||||
| Tigermücke | ● | ●● | ●●● | ●●● | ●● | |||||||
| Marder im Dach | ● | ●● | ●● | ●●● | ●●● | ●●● | ●● | |||||
| Ameisen im Haus | ● | ●● | ●●● | ●●● | ●● | ● | ||||||
| Tauben am Balkon | ● | ●● | ●●● | ●●● | ●●● | ●● | ●● | ●● | ● | ● | ● | ● |
Drei Punkte bedeuten Hochsaison, ein Punkt vereinzelte Fälle, leer heißt kaum Meldungen. Die Tabelle beruht auf den unten belegten Zeiträumen und auf der Erfahrung von Fachbetrieben, nicht auf Radar-Daten. Sobald das Radar genug Meldungen hat, zeigt die aktuelle Lage den echten Verlauf je Art und Region.
Ratten: Herbst und Winter im Gebäude, Frühjahr im Garten
Die Wanderratte lebt nach Angaben des Umweltbundesamts in Kanalisation, Kellern, Ställen, Müllplätzen und Gebäuden und dringt vor allem über Kellerfenster und defekte Kanalanschlüsse ein. Im Freien ist sie das ganze Jahr aktiv, aber sobald es kalt wird und das Futter draußen knapp ist, verlagern sich Sichtungen nach innen: in Keller, Garagen, Lagerräume und Ställe mit Tierfutter. Deshalb häufen sich Meldungen aus Gebäuden von Oktober bis Februar.
Die Vermehrung läuft ganzjährig, mit bis zu sechs Würfen à acht Jungen je Weibchen, sobald Futter und Nistplätze reichen. Im Frühjahr wächst das Rudel deshalb schnell, und im Garten fallen ab März frische Löcher, Laufwege und Kot auf. Dortmund legt seine gemeinsame Bekämpfungsaktion bewusst in den Spätwinter, 2026 vom 16. Februar bis zum 1. März, um die Rudel vor der Frühjahrsvermehrung zu treffen. Was die Zahlen aus Städten über den Verlauf sagen, steht unter Ratten in der Stadt.
Vorbeugung passt in den September: Kellerfenster vergittern, Rohrdurchführungen schließen, Bürstenleisten an Türen, Rückstauklappe im Abwasser, Vogelfutter erst ab Frost und dann nur in Futtersäulen.
Mäuse: ab Oktober im Haus
Hausmäuse können nach dem Umweltbundesamt ganzjährig in Gebäude eindringen. Fachbetriebe sehen die meisten Einsätze trotzdem ab Oktober, wenn die Tiere Wärme und Vorräte suchen, in Gartenhäusern, Wohnwagen, Dachböden und Vorratsräumen. Die Vorbeugung ist dieselbe wie bei Ratten, nur kleiner: Eine Maus braucht keinen Spalt breiter als einen Bleistift. Welche Fallen für Privatpersonen erlaubt sind, zeigt der Vergleich der Mausefallen.
Wespen: Höhepunkt im August, Ende im Oktober
Das Volk der Deutschen und der Gemeinen Wespe beginnt im Frühjahr mit einer einzelnen Königin. Nach Angaben des NABU erreicht es im August seine höchste Stärke; dann endet die Brutpflege, und die Arbeiterinnen suchen Zucker am Kaffeetisch. Je nach Art verschwinden die letzten Wespen zwischen Anfang September und Mitte Oktober, das Volk stirbt, nur die jungen Königinnen überwintern in Ritzen, Erdlöchern oder Totholz. Ein altes Nest wird nicht wiederbesiedelt.
Wer Wespen am Haus nicht haben will, handelt im April und Mai, wenn die Königin einen Nistplatz sucht: Rollladenkästen abdichten, Lüftungsschlitze mit Gitter versehen, eine Nest-Attrappe aufhängen. Ab Juli ist das Nest bewohnt, und die Frage lautet nur noch, ob ein vernünftiger Grund für die Entfernung vorliegt, siehe Stehen Wespen unter Naturschutz?. Warum manche Jahre schlimmer sind als andere, erklärt Wespenplage: warum manche Jahre schlimmer sind.
Hornissen und Asiatische Hornisse: Spätsommer bis Herbst
Die heimische Hornisse ist besonders geschützt; ihr Volk ist im Spätsommer am größten und stirbt im Oktober oder November. Die Asiatische Hornisse baut im Frühjahr ein kleines Primärnest, oft an Gebäuden, und ab Sommer ein großes Sekundärnest hoch in Bäumen, das im Herbst nach dem Laubfall auffällt. Deshalb kommen die meisten Meldungen im September und Oktober. Wohin sie gehören, steht unter Asiatische Hornisse melden.
Eichenprozessionsspinner: Mitte Mai bis Ende Juni
Nach dem Merkblatt des Pflanzenschutzamts Berlin schlüpfen die Raupen je nach Witterung Anfang bis Mitte April. Ab dem dritten Raupenstadium, meist ab Mitte Mai, bilden sie die Brennhaare, die Hautentzündungen, Augenreizungen und Atembeschwerden auslösen können. Nach 66 bis 87 Tagen, meist Ende Juni, ist die Raupenentwicklung abgeschlossen; die Tiere verpuppen sich im Nest, und ab Mitte bis Ende Juli schlüpfen die Falter. Die Gefahr endet damit nicht: Verlassene Nester enthalten weiter Brennhaare und bleiben über Jahre ein Risiko. Das Land Nordrhein-Westfalen rät, Befall dem Ordnungsamt der Kommune zu melden und keine eigenen Gegenmaßnahmen zu versuchen. Mehr unter Eichenprozessionsspinner melden.
Tigermücke: Mai bis September
Die Stadt Heidelberg, die seit Jahren gegen die Asiatische Tigermücke vorgeht, nennt als Saison der Population Mai bis September. Die Eier kleben an Gefäßrändern und überstehen Trockenheit und Winter; aus jeder Wasseransammlung, die länger als eine Woche steht, kann eine Brutstätte werden. Vorbeugung ab Mai: Regentonnen abdecken, Untersetzer, Gießkannen und Eimer leeren, Dachrinnen frei halten. Verdachtsfälle nehmen Gesundheitsämter und Landesportale entgegen, eine Meldepflicht besteht nicht. Details unter Tigermücke melden.
Marder: April bis September laut, März bis Juni tabu
Die Senatsverwaltung Berlin beschreibt die Paarungszeit des Steinmarders mit Ende Juni bis Mitte August; die Jungen kommen erst im März, selten im April zur Welt. Von April bis September sind Lärmstörungen durch die nachtaktiven Tiere auf Dachböden am häufigsten. Von März bis Juni darf ein Dachboden grundsätzlich nicht verschlossen werden, weil sonst die Mutter von den Jungen getrennt wird. Am Auto treten die meisten Schäden im Frühjahr vor der Paarungszeit auf. Fangen oder Töten ist Jagdausübung und Privatpersonen verboten, Vergrämen und Abdichten sind erlaubt, siehe Marderschreck fürs Auto und Haus.
Ameisen und Tauben
Ameisen fallen im Haus von März bis Juli auf, wenn die Völker aktiv werden und Arbeiterinnen Futter suchen; im Hochsommer kommt der Schwärmflug mit geflügelten Tieren hinzu. Meist handelt es sich um die Schwarze Wegameise, die draußen nistet und nur zum Fressen hereinkommt. Wer Zuckerquellen beseitigt und den Einstieg abdichtet, ist das Problem oft ohne Mittel los. Ameisen sind nirgends meldepflichtig. Stadttauben brüten fast das ganze Jahr, die Meldungen zu verschmutzten Balkonen häufen sich aber im Frühjahr, wenn Nistplätze gesucht werden. Welche Abwehr erlaubt ist, steht unter Taubenabwehr am Balkon.
Was der Kalender für Ihre Meldung heißt
Eine Meldung außerhalb der Saison ist wertvoller als eine mittendrin, weil sie auf eine Ursache hinweist, die nicht im Kalender steht. Ratten im Juli im Keller, Wespen im Oktober am Haus oder Tigermücken im April deuten auf etwas Besonderes hin: eine Baustelle, einen gestörten Bau, einen milden Winter. Das Radar zählt Meldungen je Postleitzahl und Art, zeigt sie für 7, 30 und 90 Tage und erkennt Häufungen ab einer Mindestzahl. Wer die Vorwarnung per E-Mail abonniert, erfährt, wenn in der eigenen Gegend mehr gemeldet wird, und kann vor der nächsten Saison handeln. Jede Sichtung können Sie hier melden, ohne Namen und ohne Adresse.
Häufige Fragen
Warum kommen Ratten gerade im Herbst ins Haus?
Im Freien wird das Futter knapp und es wird kalt. Keller, Garagen und Ställe mit Vorräten oder Tierfutter sind dann attraktiv. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Wanderratten vor allem über Kellerfenster und defekte Kanalanschlüsse eindringen; genau diese Stellen sollten vor dem Herbst geschlossen sein.
Wann sind Wespen am lästigsten?
Im August und September. Dann ist das Volk am größten, die Brutpflege endet und die Arbeiterinnen suchen Süßes am Tisch. Nach Angaben des NABU verschwinden die letzten Tiere je nach Art zwischen Anfang September und Mitte Oktober, nur die jungen Königinnen überwintern.
Wie lange ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?
Die Raupen schlüpfen Anfang bis Mitte April und bilden ab dem dritten Stadium, meist ab Mitte Mai, Brennhaare. Ende Juni verpuppen sie sich, die Falter fliegen ab Mitte Juli. Alte Nester bleiben aber über Jahre gefährlich, weil die Brennhaare darin bleiben.
Wann hört man Marder auf dem Dachboden?
Von April bis September, vor allem in der Paarungszeit von Ende Juni bis Mitte August. Die Jungen kommen im März zur Welt, deshalb darf ein Dachboden von März bis Juni nicht verschlossen werden, sonst werden Mutter und Junge getrennt.
Gibt es Arten ohne Saison?
Schaben, Bettwanzen, Silberfischchen und Vorratsmotten leben in Gebäuden und kommen das ganze Jahr vor. Bettwanzen fallen nach der Reisezeit im Spätsommer häufiger auf, Schaben im Sommer, wenn Wärme die Entwicklung beschleunigt. Eine feste Saison im Freien haben sie nicht.
Quellen
- Umweltbundesamt: Wanderratte (Lebensraum, Eindringen in Gebäude, Vermehrung)
- NABU: Wespen, Faltblatt mit Jahresverlauf des Volkes
- Pflanzenschutzamt Berlin: Der Eichenprozessionsspinner (Entwicklungszyklus, Januar 2025)
- Stadt Heidelberg: Asiatische Tigermücke (Saison, Brutstätten, Bekämpfung)
- Senatsverwaltung Berlin: Der Steinmarder (Paarungszeit, Jungtiere, Aussperren)
Fachliche Quellen
- Mäuse im Winter: Ursachen und was hilft (Knipp, Neumann & Co. GmbH, Bochum, Fachbetrieb)
- Wespen im Rollladenkasten (S. Wagenschwanz GmbH, Hagen, Fachbetrieb)
Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.
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