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Mausefalle: Welche Falle, wo aufstellen, welcher Köder

Welche Mausefalle fängt, wo sie steht, wie viele Sie brauchen, welcher Köder zieht und wann Verschließen vorgeht. Schlagfalle, Lebendfalle, Elektrofalle.

Lesezeit etwa 8 Minuten · Stand 08.10.2026

Küchenboden in der Ecke mit einer Schlagfalle entlang der Wand und Krümeln
Illustration, keine Abbildung zur Artbestimmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Maus im Haus ist eine Schlagfalle aus Kunststoff mit Spannhebel die einfachste wirksame Lösung. Für die einzelne Maus, die Sie nicht töten wollen, eine Lebendfalle mit mehrmaliger Kontrolle am Tag.
  • Mäuse laufen an Wänden entlang und fressen an vielen Stellen jeweils wenig. Deshalb stehen mehrere Fallen dicht beieinander, quer zur Wand, mit einem erbsengroßen Köder.
  • Alle Fallen werden mindestens täglich kontrolliert, besser alle 12 Stunden. Klebefallen sind verboten. Mäusegift mit Alphachloralose gibt es nur nach Abgabegespräch und nur für Innenräume.
  • Die Falle löst das Problem nicht, wenn die Einstiege offen bleiben. Eine Hausmaus passt durch einen Spalt von unter einem Zentimeter. Verschließen kommt vor Fangen.

Die wirksamste Mausefalle für den Haushalt ist eine Schlagfalle aus Kunststoff mit Spannhebel, erbsengroß beködert, quer zur Wand auf dem Laufweg der Maus und in mehrfacher Ausführung aufgestellt. Wer die einzelne Maus nicht töten will, nimmt eine Lebendfalle und kontrolliert sie mehrmals am Tag. Beides funktioniert nur, wenn der Einstieg ins Haus danach verschlossen wird. Dieser Artikel vergleicht die Fallentypen, nennt Standort, Anzahl, Köder und Kontrolle, und sagt, wann Gift und wann der Fachbetrieb ins Spiel kommen.

Erst prüfen: Ist es eine Hausmaus?

Nicht jede Maus im Haus darf bekämpft werden. Das Umweltbundesamt listet die Arten, die nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung vom besonderen Schutz ausgenommen sind: Hausmaus, Wanderratte, Hausratte, Schermaus, Rötelmaus, Erdmaus und Feldmaus. Waldmaus und Brandmaus gehören nicht dazu und dürfen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde bekämpft werden, Spitzmäuse ebenso.

Die Hausmaus ist graubraun, oben wie unten ähnlich gefärbt, mit mittelgroßen Augen und Ohren und einem fast nackten Schwanz, der etwa so lang ist wie der Körper. Sie riecht deutlich, hinterlässt kleine spindelförmige Kotkrümel an vielen Stellen und lebt dauerhaft im Haus. Die Waldmaus hat große dunkle Augen, große Ohren, einen weißen Bauch mit scharfer Grenze zum braunen Rücken und springt weit. Sie taucht vor allem im Herbst im Gartenhaus, in der Garage oder im Keller auf und sucht Winterquartier. Bei Waldmäusen hilft Verschließen und bei Bedarf eine Lebendfalle mit Freilassen, nicht die Schlagfalle.

Die Fallentypen

TypFür wenStärkeSchwächeKontrolle
Schlagfalle Kunststoff mit SpannhebelStandard im Haushaltschnell gespannt, sicher, Entleeren ohne BerührungBügel für Finger und Pfoten gefährlich, deshalb Schutzboxtäglich, besser alle 12 Stunden
Schlagfalle Holzgünstig, bewährtstarke Federfummelig zu spannen, Holz nimmt Geruch antäglich
Lebendfalle (Box, Käfig)einzelne Maus, Waldmauskein Töten nötigmehrmals täglich kontrollieren, Freilassen weit wegmorgens, mittags, abends
ElektrofalleHaushalte, die den Bügel scheuenTunnel, Fang verdeckt, teils mehrfachfängigTierschutzbewertung uneinheitlich, Batterietäglich
Mehrfachfalle (Wippe, Trommel)mehrere Mäuse, Lager, Kellerfängt mehrere Tiere lebendPflichten wie Lebendfallemehrmals täglich
Klebefalleniemandkeineverboten, § 13 Tierschutzgesetznicht verwenden

Schlagfalle aus Kunststoff. Ein Spannhebel, ein Zahnbügel, eine Ködermulde. Sie wird mit einem Griff gespannt, löst bei geringem Druck aus und lässt sich über den Hebel entleeren, ohne das Tier anzufassen. Das Umweltbundesamt stellt richtig gebaute Schlagfallen bei Mäusen vor Biozidprodukte, weil ein sauberer Schlag am Kopf oder Hals schnell wirkt. Fallen unterliegen keiner Zulassung, die Qualität schwankt. Modelle mit dem Umweltzeichen Blauer Engel wurden auf Wirkung und Tierschutz geprüft.

Schlagfalle aus Holz. Der Klassiker mit Drahtbügel. Fängt zuverlässig, wenn die Feder kräftig ist. Das Spannen braucht Übung, und einmal benutzt nimmt das Holz Geruch an. Für Keller und Garage in Ordnung, in der Küche sind Kunststofffallen praktischer.

Lebendfalle. Eine Kunststoffbox oder ein kleiner Käfig mit Klappe. Für die eine Maus in der Wohnung eine gute Wahl, wenn Sie sie dreimal am Tag kontrollieren und das Tier einige hundert Meter vom Haus entfernt im Freien freilassen. Was dabei gilt und warum das bei Ratten anders aussieht, steht im Artikel Lebendfalle für Mäuse und Ratten.

Elektrofalle. Ein Tunnel mit Kontaktplatten, die einen Stromschlag auslösen. Im Handel und erlaubt, der Fang bleibt verdeckt. Das Umweltbundesamt sieht die Datenlage zu Wirksamkeit und Tierschutz allerdings als dünn an. Wer sie nutzt, hält die Kontakte von Kindern und Haustieren fern und kontrolliert täglich.

Mehrfachfalle. Eine Wippe oder Trommel, die mehrere Mäuse lebend fängt. Praktisch im Lager oder Keller mit mehreren Tieren, aber mit allen Pflichten einer Lebendfalle: mehrmals täglich kontrollieren, die Tiere freilassen oder fachgerecht töten lassen.

Klebefalle. Eine Leimplatte, auf der die Maus festklebt und über Stunden stirbt. Für Wirbeltiere verboten, das Umweltbundesamt bewertet den Einsatz als höchst bedenklich und rät auch bei täglicher Kontrolle davon ab.

Standort und Anzahl

Mäuse laufen nicht durch die Mitte eines Raumes. Sie folgen Wänden, Sockelleisten, Rohren und Kanten, weil sie dort Deckung haben. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Fallen bevorzugt auf diesen Laufwegen aufzustellen, an Wänden und unter Möbeln oder Regalen. Die Schlagfalle steht quer zur Wand, mit dem Auslöser zur Wand, damit die Maus von beiden Seiten hineinläuft.

Die Anzahl überrascht viele. Eine Hausmaus hat ein kleines Revier und frisst an vielen Stellen jeweils ein wenig. Eine einzelne Falle wird oft tagelang ignoriert, während drei bis fünf Fallen im Abstand von ein bis zwei Metern an derselben Wand in der ersten Nacht fangen. Stellen Sie Fallen dort auf, wo Sie Kot, Nagespuren oder Fettspuren an der Wand sehen: hinter dem Kühlschrank, unter der Spüle, neben der Heizung, am Kabelschacht, im Vorratsschrank.

In Haushalten mit Kindern, Hunden oder Katzen gehören Schlagfallen in eine Schutzbox oder Köderstation. Die Box hat Einläufe in Mausgröße, hält Pfoten und Finger fern und nimmt der Maus die Scheu, weil der Tunnel dunkel ist. Wie Stationen aufgestellt werden, steht im Artikel über Köderstationen richtig aufstellen.

Der Köder

Erdnussbutter oder Nuss-Nougat-Creme sind die Köder, die fast immer funktionieren. Das Umweltbundesamt nennt außerdem Käse und Speck. Entscheidend ist die Menge: erbsengroß, fest in die Ködermulde oder an den Auslöser gedrückt. Ein großes Stück knabbert die Maus vom Rand ab, ohne die Falle auszulösen. Fallen werden mit Handschuhen bestückt. Ignoriert die Maus den Köder zwei Nächte lang, wechseln Sie auf Haferflocken, Schokolade oder das, was die Maus bei Ihnen ohnehin frisst, etwa Vogelfutter oder Trockenfutter.

Anders als Ratten sind Mäuse neugierig. Eine neue Falle wird meist in der ersten oder zweiten Nacht untersucht. Fängt eine Falle nach drei Nächten nichts, steht sie am falschen Platz.

Kontrolle und Entsorgung

Das Umweltbundesamt verlangt eine Kontrolle mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden. Morgens und abends nachzusehen ist eine gute Routine. Ein Tier, das nur verletzt wurde, muss unverzüglich tierschutzgerecht getötet werden; wer das nicht kann, ruft einen Fachbetrieb oder Tierarzt. Bei Lebendfallen ist morgens als Erstes nachzusehen, weil Mäuse nachts fangen und ein Tier ohne Wasser schnell leidet.

Tote Mäuse fassen Sie mit Handschuhen oder einer Zange an. Sie kommen in einen dicht verschlossenen Beutel und über den Hausmüll weg. Nach einem Befall lüften Sie den Raum, bevor Sie Kot und Nester entfernen, und wischen feucht statt zu saugen, damit kein Staub mit Erregern aufgewirbelt wird. Die Falle selbst muss nicht gereinigt werden, der Geruch der Artgenossen schreckt nicht ab.

Mäusegift: nur noch ein Wirkstoff

Köder mit Blutgerinnungshemmern gibt es für Verbraucher nicht mehr, die Zulassungen sind ausgelaufen. Der einzige Wirkstoff, der Privatpersonen gegen Hausmäuse bleibt, ist Alphachloralose. Die Maus fällt nach dem Fressen in ein Koma und kühlt aus. Solche Köder sind nur für geschlossene Gebäude zugelassen, gehören in eine Köderstation und werden seit 2025 nur nach einem Abgabegespräch verkauft, auch online per Telefon oder Video. Katzen reagieren empfindlich auf den Wirkstoff, auch über eine gefressene Maus. Für die einzelne Maus ist die Falle der einfachere und sicherere Weg. Was im Einzelnen gilt, steht im Artikel über Rattengift und die Rechtslage für Privatpersonen.

Verschließen kommt vor Fangen

Eine Hausmaus passt durch Spalten von weniger als einem Zentimeter. Solange der Einstieg offen ist, fangen Sie Nachschub aus dem Garten. Das Umweltbundesamt nennt als Vorbeugung das Verschließen von Spalten, Löchern, Katzenklappen und Drainagen, die sichere Lagerung von Lebensmitteln und Tierfutter, richtiges Kompostieren und das Entfernen von Unrat als Unterschlupf.

Typische Einstiege sind Lücken unter Haus- und Kellertüren, Rohrdurchführungen für Heizung und Wasser, Kabelschächte, undichte Kellerfenster, Lüftungsöffnungen ohne Gitter und Dehnungsfugen. Verschlossen wird mit Stahlwolle oder Metallgewebe als Füllung und Mörtel oder Dichtmasse darüber, Türen bekommen Bürstendichtungen, Lüftungen ein engmaschiges Gitter. Welches Material wo passt, steht im Artikel über das Verschließen von Löchern am Haus.

Wann der Fachbetrieb übernimmt

Mehrere Mäuse an mehreren Stellen, Kot in Vorräten, Nagespuren an Kabeln, ein Mehrfamilienhaus, eine Gaststätte oder ein Lebensmittelbetrieb: Hier lohnt sich ein sachkundiger Betrieb, der Befall ermittelt, Fallen netzartig stellt, bei Bedarf Köder mit Wirkstoff einsetzt und die Einstiege dokumentiert. Eine Meldepflicht gibt es bei Mäusen in Privathaushalten in der Regel nicht, anders als bei Ratten. Welche Arten gemeldet werden müssen, zeigt die Übersicht der Meldepflichten. Eine kurze Meldung im Radar hilft trotzdem, weil Nachbarn sehen, dass in der Gegend Mäuse unterwegs sind.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Rechtslage auf einen Blick

  • Hausmaus und Wanderratte dürfen bekämpft werden (Anlage 1 Bundesartenschutzverordnung). Waldmaus, Brandmaus und Spitzmäuse nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde (Umweltbundesamt).
  • § 13 Abs. 1 Tierschutzgesetz: Fangvorrichtungen mit vermeidbaren Schmerzen oder Leiden sind verboten. Klebefallen fallen darunter.
  • Umweltbundesamt: Fallen mindestens täglich kontrollieren, idealerweise alle 12 Stunden; Kinder und Haustiere durch Schutzstationen schützen; Fallen auf den Laufwegen an Wänden und unter Möbeln aufstellen.
  • Mäuseköder mit Alphachloralose sind der einzige Wirkstoff für Verbraucher, nur in geschlossenen Gebäuden, nur in Köderstationen, Verkauf nur nach Abgabegespräch (§ 10 ChemBiozidDV).

Häufige Fragen

Welche Mausefalle ist die beste?

Für die meisten Haushalte eine Schlagfalle aus Kunststoff mit Spannhebel und Zahnbügel: schnell gespannt, sicher auslösend, ohne Berührung des Tieres zu entleeren. Holzfallen funktionieren auch, sind aber fummeliger zu spannen. Wer nicht töten will, nimmt eine Lebendfalle und kontrolliert sie mehrmals täglich.

Wie viele Mausefallen brauche ich?

Mehr, als die meisten aufstellen. Mäuse haben kleine Reviere und mehrere Futterstellen. Je Befallsstelle drei bis fünf Fallen, im Abstand von ein bis zwei Metern an der Wand entlang. Eine einzelne Falle in der Raummitte fängt selten.

Welcher Köder zieht Mäuse an?

Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme, nach Hinweis des Umweltbundesamts auch Käse oder Speck. Eine erbsengroße Menge fest am Auslöser reicht. Zu viel Köder knabbert die Maus ab, ohne auszulösen. Haferflocken oder Schokolade sind Alternativen, wenn die Maus den ersten Köder ignoriert.

Fängt die Falle auch nachts, wenn ich schlafe?

Ja, Mäuse sind vor allem nachts aktiv. Deshalb kontrollieren Sie morgens und abends. Ein Tier, das nur verletzt wurde, muss unverzüglich tierschutzgerecht getötet werden. Bei Lebendfallen gilt: morgens als Erstes nachsehen.

Darf ich Mäusegift kaufen?

Köder mit Blutgerinnungshemmern nicht mehr. Für Verbraucher gibt es nur noch Produkte mit Alphachloralose gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden, in Köderstationen, verkauft nach einem Abgabegespräch. Für die einzelne Maus ist die Falle der einfachere und sicherere Weg, besonders mit Katze oder Hund im Haus.

Warum kommen immer neue Mäuse, obwohl ich fange?

Weil der Einstieg offen ist. Eine Hausmaus passt durch Spalten von weniger als einem Zentimeter: unter Türen, an Rohrdurchführungen, Kabelschächten, Kellerfenstern. Erst verschließen, dann fangen, sonst fangen Sie den Nachschub aus dem Garten.

Quellen

Fachliche Quellen

Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.

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