Schädlingsradar Jetzt melden

Ratgeber › Ratten und Mäuse

Rattenkot erkennen und sicher entsorgen: Krankheiten, Reinigung

Rattenkot oder Mäusekot, frisch oder alt, welche Erreger darin stecken und wie Sie ihn ohne Risiko entfernen: Handschuhe, Maske, anfeuchten, Beutel.

Lesezeit etwa 8 Minuten · Stand 08.10.2026

Kellerboden mit Rattenkot an der Wand, daneben Kehrblech und Handschuhe
Illustration, keine Abbildung zur Artbestimmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rattenkot ist nach dem Umweltbundesamt ein bis drei Zentimeter lang, kugelförmig bis länglich, und liegt an festen Kotplätzen entlang der Laufwege. Mäusekot ist nur wenige Millimeter groß und über die ganze Laufstrecke verstreut.
  • Frischer Kot bedeutet aktiven Befall. Das Umweltbundesamt zählt Anzeichen, die nicht älter als vier Wochen sind, als Nachweis, der eine Bekämpfung rechtfertigt.
  • Mit Kot und Urin können Leptospiren, Salmonellen und Hantaviren übertragen werden. Ansteckungen sind selten, aber der Weg ist immer derselbe: aufgewirbelter Staub, verletzte Haut, ungewaschene Hände.
  • Entfernen Sie Kot nie trocken. Lüften, Handschuhe und Maske, mit Reinigungsmittel besprühen, feucht aufnehmen, in den verschlossenen Beutel, Restmüll. Kein Staubsauger, kein Besen.
  • Rattenkot auf dem eigenen Grundstück ist ein Grund, die Stadt zu informieren und die Bekämpfung zu veranlassen. Was in Ihrer Stadt gilt, steht im Wegweiser.

Kot ist die Spur, die Ratten nicht verbergen können. Die Tiere selbst sind scheu, nachtaktiv und halten sich an Wände und Deckung. Ihr Kot bleibt liegen: im Keller an der Wand entlang, unter der Palette im Lager, neben dem Komposter, auf dem Kellerfensterbrett. Wer ihn richtig liest, weiß, ob Ratten da sind, ob sie noch da sind und wie dringend es ist. Wer ihn falsch anfasst, holt sich im schlechtesten Fall Erreger in den Körper. Dieser Artikel behandelt beides: das Erkennen, vor allem aber das sichere Entfernen und die Frage, welche Krankheiten tatsächlich dahinterstecken.

Was Rattenkot von anderem Kot unterscheidet

Das Umweltbundesamt beschreibt den Kot der Wanderratte als kugelförmig bis länglich und ein bis drei Zentimeter lang. Die Stücke sind dunkelbraun bis schwarz, an den Enden meist abgerundet, bei der seltener gewordenen Hausratte eher spitz. Entscheidend ist die Lage. Wanderratten bewegen sich nach dem Umweltbundesamt immer wieder auf denselben Laufwegen an Mauern und Wänden entlang, und sie nutzen feste Kotplätze. Deshalb finden Sie Rattenkot gehäuft an wenigen Stellen, nicht gleichmäßig verstreut.

Genau das unterscheidet ihn vom Mäusekot. Hausmäuse koten beim Laufen und Fressen, ihre Krümel sind wenige Millimeter groß und liegen über die gesamte Laufstrecke verteilt, in Schubladen, hinter Geräten, auf Regalbrettern. Marderkot, die dritte häufige Verwechslung auf Dachböden, ist deutlich größer, wurstförmig gedreht und enthält Haare, Federn und Obstkerne. Igelkot im Garten ist ebenfalls länglich, glänzt oft von Käferresten und liegt einzeln auf Rasen und Wegen, nie an einem Kotplatz.

MerkmalWanderratteHausmausMarder
Länge1 bis 3 cm (Umweltbundesamt)wenige Millimeter8 bis 10 cm
Formkugelförmig bis länglich, Enden rundspindelförmig, spitzwurstförmig, gedreht
InhalteinheitlicheinheitlichHaare, Kerne, Federn
LageKotplätze an Laufwegen, Wände, Keller, Komposterverstreut über die Laufstreckefeste Latrine, meist Dachboden
Mengegehäuft an wenigen Stellenviele kleine Krümel überallwenige große Stücke

Frisch oder alt: die Vier-Wochen-Regel

Frischer Rattenkot ist weich, dunkel und glänzt leicht, weil die Oberfläche noch feucht ist. Nach einigen Tagen wird er hart und matt, nach Wochen grau und bröselig. Für die Bekämpfung ist das mehr als eine Beobachtung. Das Umweltbundesamt legt in seinen Regeln zur guten fachlichen Anwendung fest, dass ein Befall vorliegt, wenn Anzeichen im geschützten Bereich nicht älter als vier Wochen sind. Als Anzeichen gelten lebende und tote Tiere, Fraßspuren, Kot- und Urinspuren, Trittsiegel und Schmierspuren. Frischer Kot ist also ein vollwertiger Nachweis. Niemand muss warten, bis eine Köderstation anschlägt oder eine Ratte über den Hof läuft.

Wer prüfen will, ob der Befall aktiv ist, geht so vor: alle Kotspuren mit Schutz entfernen, die Stellen mit einem Stück Kreppband oder einem Kreidestrich markieren, nach zwei Tagen nachsehen. Neue Stücke bedeuten, dass Tiere unterwegs sind. Das Landesamt für Verbraucherschutz in Niedersachsen beschreibt für die Befallsermittlung außerdem wirkstofffreie Köder wie Haferflocken oder Apfelstücke in Köderstationen: Werden sie angenommen, ist der Befall bestätigt.

Welche Erreger im Kot stecken können

Das Umweltbundesamt schreibt, Wanderratten könnten über 100 verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen. Das klingt bedrohlich, die praktische Bedeutung in Deutschland liegt bei wenigen Erregern. Das LAVES nennt für Ratten und Mäuse unter anderem Salmonellose, Leptospirose, Hantavirose und Tularämie. Drei davon sind für den Umgang mit Kot wichtig.

Leptospiren. Nagetiere sind nach dem Robert Koch-Institut das wichtigste Reservoir dieser Bakterien. Die Tiere erkranken nicht, scheiden die Erreger aber zum Teil lebenslang mit dem Urin aus. Übertragen wird die Leptospirose durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem Urin, etwa über verunreinigtes Wasser und Schlamm, und die Erreger gelangen über kleine Hautverletzungen sowie die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund in den Körper. Da Ratten Kot und Urin an denselben Stellen hinterlassen, gilt ein Kotplatz immer auch als Urinplatz. Das RKI nennt für Deutschland seit dem Jahr 2000 zwischen 37 und 166 gemeldete Fälle pro Jahr, mit saisonalem Schwerpunkt im Sommer und Frühherbst. Über 90 Prozent der Infektionen verlaufen mild oder unbemerkt, der Rest beginnt nach sieben bis 14 Tagen wie eine Grippe mit Fieber um 40 Grad und starken Wadenschmerzen. Kanalarbeiter, Landwirte und Tierärzte zählen zu den Risikogruppen, die Erkrankung ist bei ihnen als Berufskrankheit anerkannt.

Hantaviren. In Deutschland tragen vor allem Rötelmäuse aus dem Wald das Puumala-Virus. Ratten sind hierzulande nach dem RKI nur in einem ersten beschriebenen Fall als Überträger des Seoul-Virus aufgefallen. Die Regeln des RKI zum Aufräumen von Nagerkot gelten trotzdem für jeden Kot, weil niemand am Krümel erkennt, welches Tier ihn hinterlassen hat. Die Hintergründe stehen unter Hantavirus durch Mäuse.

Salmonellen. Sie gelangen über Kot auf Lebensmittel und Oberflächen. Angenagte Verpackungen und Vorräte, über die Ratten gelaufen sind, gehören in den Müll, nicht in die Pfanne. Arbeitsflächen werden nach einem Befall gründlich gereinigt.

Keiner dieser Erreger springt vom liegenden Kot auf den Menschen über. Die Wege sind immer dieselben: aufgewirbelter Staub, der eingeatmet wird, Kontakt mit verletzter Haut, ungewaschene Hände am Mund. Genau daran setzt die Reinigung an.

Kot sicher entfernen

Das Robert Koch-Institut hat für Nagerkot ein Vorgehen beschrieben, das sich auf Ratten übertragen lässt. Es dauert keine zehn Minuten länger als das achtlose Wegfegen und nimmt dem Vorgang das Risiko.

  1. Lüften. Fenster und Türen des Raums für mindestens 30 Minuten öffnen, bevor Sie beginnen. Im Freien entfällt dieser Schritt.
  2. Schützen. Gummi- oder Einweghandschuhe anziehen. Wo Staub aufsteigen kann, eine eng anliegende Maske tragen, das RKI empfiehlt FFP3, das Bayerische Landesamt für Gesundheit nennt FFP2 oder FFP3. Wer eine Wunde an der Hand hat, deckt sie wasserdicht ab, das rät das RKI auch für Leptospiren.
  3. Anfeuchten. Kot, Urinspuren und Nestmaterial gründlich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel besprühen und kurz einwirken lassen. Das verhindert, dass beim Aufnehmen Staub aufsteigt.
  4. Feucht aufnehmen. Mit Papiertüchern oder einem feuchten Einweglappen aufnehmen. Kein Staubsauger, kein Besen, kein Handfeger. Der Staubsauger verteilt Erreger über die Abluft im Raum.
  5. Verschließen. Kot, Tücher und tote Tiere in eine Plastiktüte, zuknoten, am besten in eine zweite Tüte, dann in den Restmüll. Nicht in die Biotonne, nicht auf den Kompost.
  6. Nachreinigen. Böden, Regalbretter und Arbeitsflächen mit Haushaltsreiniger wischen, bei Lebensmittelkontakt zusätzlich desinfizieren. Benutzte Fallen und Köderstationen reinigen.
  7. Abschließen. Handschuhe entsorgen, Hände gründlich waschen, nach größeren Arbeiten duschen und die Kleidung waschen.

Bei stark verschmutzten Dachböden, Zwischendecken und Kellern, in denen Kot und Urin über Monate eingezogen sind, lohnt sich die Reinigung durch einen Fachbetrieb mit Schutzausrüstung und Desinfektion. Das gilt besonders, wenn Dämmmaterial durchsetzt ist und entfernt werden muss.

Kot im Garten, im Kompost, im Stall

Rattenkot auf dem Grundstück hat meist eine Quelle in der Nähe. Am Komposter, unter der Terrasse, am Rand des Gartenhauses oder neben dem Hühnerstall liegt er zusammen mit Laufwegen im Gras, frischen Löchern von fünf bis acht Zentimetern Durchmesser und abgewetzten Pfaden entlang von Mauern. Das Umweltbundesamt nennt Komposthaufen mit Speiseresten, herumliegende Futterreste bei Kleintierhaltung, Müllcontainer und Gerümpel als Anziehungspunkte. Was zu tun ist, in welcher Reihenfolge und wann die Stadt ins Spiel kommt, steht unter Ratten im Garten und das Ordnungsamt und Ratten im Garten vertreiben.

Im Stall und bei Hühnern ist Kot in der Futterkiste ein Hygieneproblem, weil Salmonellen und Leptospiren über das Futter auf die Tiere und über Eier und Fleisch weiter wandern können. Futter in verschlossene Tonnen, Futterreste abends weg, Kot nach den Regeln oben entfernen, Bekämpfung einleiten.

Mietwohnung und Meldung

Wer Rattenkot im Keller eines Mietshauses findet, zeigt das dem Vermieter oder der Hausverwaltung an. Das verlangt § 536c BGB für jeden Mangel, und Rattenbefall ist einer. Meist beauftragt dann der Vermieter den Fachbetrieb und informiert die Stadt. Wer die Kosten trägt, hängt vom Einzelfall ab, bei einem Mangel am Gebäude, etwa einem defekten Kanalanschluss, liegt beides beim Vermieter. Mehr dazu unter Ratten in der Mietwohnung.

Die Meldung an die Stadt ist in vielen Bundesländern Pflicht und in allen sinnvoll. Ratten gelten nach dem Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge, und die Stadt behandelt Kanal und öffentliche Flächen im Umfeld, damit die Bekämpfung auf dem Grundstück nicht ins Leere läuft. Welche Stelle zuständig ist und was für Ihr Grundstück gilt, steht unter Ratten melden: Pflicht, Stelle, Ablauf. Und wenn Sie wissen wollen, ob die Nachbarschaft dasselbe Problem hat: Die Sichtung lässt sich im Radar eintragen, die Karte zeigt, wie oft im Viertel zuletzt gemeldet wurde.

Rechtslage auf einen Blick

  • § 2 Nr. 12 und § 17 Infektionsschutzgesetz: Ratten gelten als Gesundheitsschädlinge, die Behörde kann die Bekämpfung anordnen. Die Meldepflicht für Befall regeln Länder und Städte (siehe Ratten melden).
  • § 7 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz: Der Labornachweis von Leptospiren und Hantaviren beim Menschen ist meldepflichtig. Gemeldet wird vom Labor und vom Arzt innerhalb von 24 Stunden (RKI-Ratgeber Leptospirose, Stand August 2024).
  • Umweltbundesamt, Gute fachliche Anwendung: Ein Befall liegt vor, wenn Anzeichen wie Kot, Nagespuren oder Tiere im geschützten Bereich nicht älter als vier Wochen sind. Erst dann dürfen Giftköder eingesetzt werden, und nur durch geschulte berufsmäßige Verwender.
  • § 536c BGB: Mieter zeigen einen Befall dem Vermieter unverzüglich an. Beseitigung und Kosten hängen vom Einzelfall ab, bei einem Mangel am Gebäude liegt beides beim Vermieter.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Rattenkot von Mäusekot?

An der Größe und der Verteilung. Rattenkot ist nach dem Umweltbundesamt ein bis drei Zentimeter lang und findet sich gehäuft an festen Stellen, weil Ratten dieselben Laufwege und Kotplätze nutzen. Mäusekot ist nur wenige Millimeter groß und liegt verstreut, weil Mäuse beim Laufen und Fressen koten. Marderkot ist größer, gedreht und enthält Haare und Obstkerne.

Ist Rattenkot gefährlich, wenn ich ihn nur angefasst habe?

Hände gründlich mit Seife waschen, dann ist das Risiko gering. Erreger wie Leptospiren gelangen über kleine Hautverletzungen und Schleimhäute in den Körper, Hantaviren vor allem über eingeatmeten Staub. Wer eine offene Wunde an der Hand hatte oder in den folgenden Wochen Fieber mit Muskel- und Kopfschmerzen bekommt, nennt dem Arzt den Kontakt.

Kann ich den Kot mit dem Staubsauger entfernen?

Nein. Das Robert Koch-Institut rät für Nagerkot ausdrücklich von Staubsaugern ab, weil Erreger mit der Abluft in den Raum geblasen werden. Richtig ist: lüften, Handschuhe und Maske, Kot mit Reinigungsmittel besprühen, mit Papiertüchern feucht aufnehmen, Beutel verschließen, Restmüll.

Woran erkenne ich, ob der Kot frisch ist?

Frischer Kot ist dunkel, weich und glänzt leicht. Nach wenigen Tagen wird er hart, matt und heller, nach Wochen zerbröselt er. Wer unsicher ist, entfernt alle Spuren, markiert die Stelle und sieht nach zwei Tagen nach. Neue Krümel bedeuten aktiven Befall, der nach dem Umweltbundesamt als Nachweis für eine Bekämpfung zählt.

Muss ich Rattenkot im Garten melden?

In vielen Städten ja. Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen-Anhalt und das Saarland verpflichten Eigentümer per Landesrecht, in Nordrhein-Westfalen steht die Pflicht im Ortsrecht der meisten Städte. Unabhängig davon ist die Meldung sinnvoll, weil die Stadt Kanal und öffentliche Flächen im Umfeld mitbehandelt. Welche Stelle zuständig ist, steht im Artikel Ratten melden.

Was ist mit Kot auf dem Dachboden oder im Kompost?

Auf dem Dachboden sind es häufiger Marder als Ratten, erkennbar an Kotplätzen mit Haaren und Kernen. Im Kompost zeigt Rattenkot zusammen mit Gängen und Löchern einen Bau an. Dann nichts umsetzen, Essensreste weglassen, Stadt informieren und Fachbetrieb beauftragen. Kompost mit Rattenbau wird nicht mit bloßen Händen bearbeitet.

Quellen

Fachliche Quellen

Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.

Weiterlesen