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Mäuse im Haus: Anzeichen, Einstiege und was zuerst zu tun ist
Woran Sie Mäuse im Haus erkennen, welche Art es ist, wo sie hereinkommen und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen: Nahrung sichern, fangen, verschließen.
Lesezeit etwa 9 Minuten · Stand 08.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Im Haus ist es fast immer die Hausmaus. Sie darf bekämpft werden. Waldmaus, Brandmaus und Spitzmäuse sind geschützt und dürfen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde bekämpft werden.
- Die sichersten Anzeichen sind frischer Kot entlang der Wände, Nagespuren an Verpackungen und Kratzgeräusche nachts in Decke oder Wand. Ein Nest liegt meist direkt bei den Vorräten.
- Die Reihenfolge entscheidet: erst alle Nahrung unzugänglich machen, dann Schlagfallen an den Laufwegen stellen und täglich kontrollieren, zuletzt die Einstiege verschließen.
- Gift ist für Privatpersonen fast vom Tisch. Nur ein Wirkstoff gegen Hausmäuse in Gebäuden bleibt, und den gibt es nur nach einem Abgabegespräch.
- Mäuse sind nicht meldepflichtig. Beim Aufräumen von Kot gilt trotzdem: Handschuhe, Maske, anfeuchten, nicht saugen.
Eine Maus im Haus fällt selten durch die Maus selbst auf. Meist beginnt es mit einem Geräusch in der Nacht, einem angenagten Müslikarton oder ein paar dunklen Krümeln hinter dem Herd, die beim Wischen nicht wegwollen. Was dann zählt, ist die Reihenfolge der nächsten Schritte, nicht die Eile. Wer zuerst Löcher zuschmiert, sperrt die Tiere ein. Wer zuerst Gift sucht, findet seit 2026 kaum noch welches. Dieser Artikel ordnet die Lage: welche Art im Haus sitzt, woran Sie den Befall sicher erkennen, wo die Tiere hereinkommen und in welcher Abfolge Sie ihn beenden.
Welche Maus sitzt im Haus
Im Gebäude ist es in den allermeisten Fällen die Hausmaus. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz beschreibt zwei Unterarten: Die westliche Hausmaus lebt dauerhaft im Gebäude, die östliche wandert im Winter aus angrenzenden Flächen ein. Für den Alltag ist der Unterschied unwichtig, für die Rechtslage nicht. Die Hausmaus gehört nach dem Umweltbundesamt zu den Arten, die in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung vom besonderen Schutz ausgenommen sind. Sie darf bekämpft werden.
Anders sieht es bei den Gästen aus dem Garten aus. Die Waldmaus mit ihren großen Augen und Ohren und die Brandmaus mit dem dunklen Aalstrich sind nicht ausgenommen. Sie dürfen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde bekämpft werden. Spitzmäuse sind gar keine Nagetiere, sondern Insektenfresser, und ebenfalls geschützt. Sie erkennen sie an der rüsselartig verlängerten Schnauze und daran, dass sie nichts annagen. Eine Spitzmaus im Keller ist ein Irrläufer, der mit einer Lebendfalle hinausgetragen wird, mehr nicht. Wer unsicher ist, fängt das erste Tier lebend und sieht nach, bevor er Schlagfallen stellt.
Die Anzeichen, die wirklich zählen
Kot ist das verlässlichste Zeichen. Hausmäuse koten beim Laufen und Fressen, deshalb liegen die Krümel verteilt über die ganze Laufstrecke: entlang der Fußleisten, hinter Küchengeräten, in Schubladen mit Vorräten, auf der Kellertreppe. Die einzelnen Stücke sind wenige Millimeter lang, spindelförmig und dunkel. Als Richtwert gelten drei bis acht Millimeter, eine amtliche Maßangabe gibt es nicht. Frischer Kot ist weich und glänzt, älterer wird grau und zerfällt beim Antippen. Wer abends die verdächtigen Stellen säubert und morgens neue Krümel findet, hat einen aktiven Befall.
Das zweite Zeichen sind Nagespuren. Mäuse nagen, um an Nahrung zu kommen und weil ihre Schneidezähne nachwachsen. Typisch sind angefressene Ecken an Papier- und Folienverpackungen, Spuren an Seifenstücken, Kerzen und Kabelummantelungen. Das LAVES weist ausdrücklich darauf hin, dass Weichmacher in Kabelhüllen die Tiere anziehen und Kurzschlüsse die Folge sein können. Angeknabberte Kabel hinter dem Geschirrspüler sind deshalb kein Schönheitsfehler, sondern ein Grund, zügig zu handeln.
Dann die Geräusche. Hausmäuse sind in der Dämmerung und nachts unterwegs. Kratzen und Trippeln in der Zwischendecke, hinter der Küchenzeile oder in der Dämmung der Dachschräge gehören zu den häufigsten Hinweisen, die Betroffene nennen. Das LAVES nennt genau diese Hohlräume in Zwischendecken und Zwischenwänden sowie schwer zugängliche Keller- und Dachbodenbereiche als bevorzugte Unterkunft. Zuletzt der Geruch: Ein anhaltender, stechender Uringeruch in einem Schrank oder einer Ecke bedeutet, dass dort regelmäßig Tiere unterwegs sind.
Das Nest finden Sie fast immer in der Nähe der Nahrung. Hausmäuse legen es laut LAVES gern direkt an oder in Nahrungs- und Futtermitteln an, also in der Vorratsschublade, im Sack Vogelfutter, im Karton mit Hundekeksen. Zerfetztes Papier, Watte oder Dämmwolle an einer geschützten Stelle sind das Nestmaterial.
Wann und wo die Tiere hereinkommen
Der Herbst ist die Zeit des Zuzugs. Wenn draußen die Nahrung knapp wird und die Nächte kalt, suchen Mäuse Gebäude auf, in denen es warm ist und nach Vorräten riecht. Die Wege dorthin sind kleiner, als die meisten denken. Die Stadt Münster nennt in ihrem Faltblatt zu Hausmäusen eine Öffnung von der Größe einer 20-Cent-Münze als ausreichend und empfiehlt für Lüftungsöffnungen Gitter mit höchstens einem halben Zentimeter Maschenweite.
Die Klassiker unter den Einstiegen:
- Kellerfenster, die nicht mehr dicht schließen, und Lichtschächte mit kaputten Abdeckungen.
- Durchführungen von Rohren und Kabeln in Außenwänden, bei denen der Mörtel um das Rohr herum fehlt.
- Türspalten an Garagen, Nebeneingängen und Terrassentüren, besonders bei verzogenen Holztüren.
- Lüftungsöffnungen im Mauerwerk ohne engmaschiges Gitter.
- Dachkanten, Traufen und der Übergang zwischen Dach und Wand, oft erreichbar über Kletterpflanzen, Regenrohre oder Äste.
- Katzenklappen und Drainagen, die das Umweltbundesamt ausdrücklich als mögliche Zugänge nennt.
Suchen Sie die Einstiege von innen und außen. Innen hilft ein dunkler Raum und eine Taschenlampe: Wo Tageslicht durch eine Fuge fällt, passt eine Maus hindurch. Außen verraten Schmierspuren, Kotkrümel und abgewetzte Stellen am Putz die Laufwege. Was zu verschließen ist und womit, steht in der Anleitung zum Verschließen von Löchern am Haus.
Die Reihenfolge: Nahrung, Fallen, Verschluss
Der häufigste Fehler ist, mit dem letzten Schritt anzufangen. Wer die Einstiege verschließt, während noch Tiere im Haus sind, sperrt sie ein. Die Mäuse nagen sich dann neue Wege durch Dämmung und Leichtbauwände oder verenden in einem Hohlraum, wo sie wochenlang riechen. Deshalb diese Abfolge.
Erstens: alles Essbare wegschließen. Das Umweltbundesamt stellt das Sichern von Lebensmitteln, Tierfutter und Vorräten an den Anfang jeder Vorbeugung. Mehl, Müsli, Nüsse, Trockenfrüchte, Hundefutter und Vogelfutter gehören in Behälter aus Glas, Metall oder festem Kunststoff mit dicht schließendem Deckel. Der Futternapf der Katze bleibt nicht über Nacht stehen. Essensreste und tierische Abfälle gehören nicht auf den Hauskompost. Diese Maßnahme wirkt doppelt: Sie nimmt den Tieren die Grundlage, und sie macht den Köder in der Falle zur einzigen Nahrung im Raum.
Zweitens: fangen. Für Hausmäuse ist die Schlagfalle das Mittel der Wahl, das RKI nennt in seinem Merkblatt zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen ausdrücklich handelsübliche Schlagfallen. Die Fallen stehen an den Laufwegen, mit der Auslöseseite zur Wand, in dunklen Ecken und hinter Geräten. Das LAVES empfiehlt bei Mäusen deutlich mehr Fallenplätze als bei Ratten, etwa alle zwei Meter entlang der Wand, weil Hausmäuse in kleinen Revieren bleiben und viele Stellen aufsuchen. Als Köder nennt das Umweltbundesamt Erdnussbutter, Nougatcreme, Käse oder Speck. Kontrolliert wird mindestens täglich, idealerweise alle zwölf Stunden. Welche Falle für welchen Fall passt, zeigt der Artikel Mausefalle: welche, wo, womit. Wer Kinder oder Haustiere im Haus hat, stellt die Fallen in Schutzstationen, so rät es das Umweltbundesamt. Die Lebendfalle ist für die einzelne Maus eine Alternative, verlangt aber nach LAVES eine Kontrolle spätestens alle acht Stunden.
Drittens: verschließen. Sobald mehrere Tage lang keine frischen Kotkrümel mehr auftauchen und die Fallen leer bleiben, werden die gefundenen Einstiege dauerhaft geschlossen. Stahlwolle und Blech für Fugen und Rohrdurchführungen, Gitter mit höchstens einem halben Zentimeter Maschenweite für Lüftungsöffnungen, Bürstendichtungen für Türen. Bauschaum allein hält Mäuse nicht auf.
Gift: was 2026 noch geht
Viele greifen aus Gewohnheit zum Köder aus dem Baumarkt. Das Angebot hat sich grundlegend geändert. Köder mit Blutgerinnungshemmern sind seit dem 1. Juli 2026 geschulten berufsmäßigen Verwendern vorbehalten. Für Verbraucher bleibt ein einziger Wirkstoff: Alphachloralose, zugelassen gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden, ausgelegt in Köderstationen. Seit Anfang 2025 dürfen solche Produkte nicht mehr frei im Regal stehen. Vor dem Kauf steht ein Abgabegespräch mit einer sachkundigen Person, im Versandhandel per Telefon oder Video. Was das im Einzelnen bedeutet, steht unter Rattengift für Privatpersonen. Für die meisten Haushalte ist das Ergebnis dasselbe: Fallen und Verschluss lösen das Problem, Gift bringt im Wohnhaus vor allem das Risiko, dass ein Tier in der Wand verendet.
Aufräumen ohne Risiko
Mäuse hinterlassen Kot und Urin, und beides kann Krankheitserreger tragen. Das LAVES nennt für Hausmaus und Wanderratte unter anderem Salmonellose, Leptospirose und Hantavirose. In Deutschland sind es vor allem Rötelmäuse aus dem Wald, die Hantaviren tragen, aber die Regeln für das Aufräumen gelten für jeden Mäusekot. Das Robert Koch-Institut empfiehlt: vor der Reinigung mindestens 30 Minuten lüften, Gummihandschuhe tragen, bei Staub eine eng anliegende Maske, Kot und Nestmaterial mit Reinigungsmittel besprühen, nichts trocken fegen und keinen Staubsauger benutzen. Tote Mäuse kommen in einen verschlossenen Beutel in den Hausmüll. Die Hintergründe und die Risikogebiete stehen unter Hantavirus durch Mäuse.
Mietwohnung, Meldung, Fachbetrieb
Mäuse im Wohnhaus sind nicht meldepflichtig. Welche Arten eine Behörde überhaupt wissen will, zeigt die Übersicht der Meldepflichten. In der Mietwohnung zeigt der Mieter den Befall dem Vermieter oder der Hausverwaltung an, das verlangt § 536c BGB bei jedem Mangel. In der Praxis beauftragt dann meist der Vermieter den Fachbetrieb. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt vom Einzelfall ab, bei einem baulichen Zugang der Vermieter, bei einem vom Mieter verursachten Befall kann er die Kosten zurückfordern.
Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn die Tiere in Zwischendecken oder Dämmung sitzen, wenn nach zwei Wochen mit Fallen weiter frischer Kot auftaucht, wenn Kabel angenagt sind oder wenn ein Betrieb mit Lebensmitteln betroffen ist. Dort gehört ein Monitoring ohnehin zur Pflicht. Und wenn Sie im Viertel nicht die Einzigen sind: Tragen Sie die Sichtung im Radar ein. Mäuse im Herbst betreffen meist eine ganze Straße, und wer vorgewarnt ist, verschließt rechtzeitig.
Rechtslage auf einen Blick
- Anlage 1 Bundesartenschutzverordnung: Hausmaus, Wanderratte, Hausratte, Schermaus, Rötelmaus, Erdmaus und Feldmaus sind vom besonderen Schutz ausgenommen und dürfen bekämpft werden. Waldmaus, Brandmaus und Spitzmäuse nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde (Umweltbundesamt).
- § 4 und § 13 Tierschutzgesetz: Fallen müssen das Tier ohne vermeidbare Schmerzen töten oder unversehrt fangen, Klebefallen sind verboten. Das Umweltbundesamt verlangt eine Kontrolle mindestens täglich, besser alle zwölf Stunden.
- Rodentizide mit Blutgerinnungshemmern sind seit dem 1. Juli 2026 geschulten berufsmäßigen Verwendern vorbehalten. Für Verbraucher bleibt nur Alphachloralose gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden, Verkauf nur nach Abgabegespräch (§ 10 ChemBiozidDV).
- Eine Meldepflicht für Mäuse im Wohnhaus gibt es nicht. In Lebensmittelbetrieben verlangt das Hygienerecht ein Monitoring, Mieter zeigen den Befall dem Vermieter an (§ 536c BGB).
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob es eine Hausmaus oder eine Waldmaus ist?
Die Hausmaus ist grau bis graubraun, hat kleine Augen und riecht streng nach Mäuseurin. Die Waldmaus hat große dunkle Augen, große Ohren, eine helle Bauchseite und einen scharfen Farbwechsel am Rücken. Waldmäuse kommen im Herbst aus dem Garten, bleiben aber selten lange. Sie sind geschützt, deshalb nur Lebendfalle und Freilassen im Freien.
Wie viele Mäuse sind es, wenn ich eine gesehen habe?
Das lässt sich nicht an der Sichtung ablesen, sondern an der Menge des frischen Kots. Verteilte Kotpunkte in einem Raum sprechen für ein bis zwei Tiere, Kot in mehreren Räumen und an Vorräten für eine Familie mit Nest. Eine Hausmaus kann mehrmals im Jahr werfen, deshalb zählt bei der Bekämpfung die Geschwindigkeit, nicht die Anzahl der gesehenen Tiere.
Reicht es, die Löcher zu verschließen?
Nicht, solange Tiere im Haus sind. Verschlossene Einstiege sperren sie ein, die Mäuse nagen sich neue Wege oder verenden in der Wand. Erst fangen, bis mehrere Tage lang keine frischen Spuren mehr auftauchen, dann verschließen. Ohne Verschluss kommt die nächste Maus im Herbst zuverlässig wieder.
Darf ich Mäusegift kaufen?
Nur noch einen Köder mit dem Wirkstoff Alphachloralose, zugelassen gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden und nur in Köderstationen. Der Verkauf läuft seit 2025 über ein Abgabegespräch, auch online per Telefon oder Video. Köder mit Blutgerinnungshemmern dürfen Privatleute seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr verwenden.
Muss ich Mäuse im Haus melden?
Nein. Mäuse im Wohnhaus sind Sache des Eigentümers, Mieter informieren den Vermieter oder die Hausverwaltung. Eine Meldung an das Gesundheitsamt ist nur in Gemeinschaftseinrichtungen und Lebensmittelbetrieben vorgesehen. Im Radar können Sie die Sichtung trotzdem eintragen, damit Nachbarn sehen, dass im Viertel etwas los ist.
Wann sollte ein Fachbetrieb kommen?
Wenn nach zwei Wochen mit Fallen weiter frischer Kot auftaucht, wenn Kot in mehreren Stockwerken liegt, wenn Nagespuren an Kabeln sichtbar sind oder wenn die Tiere in Zwischendecken und Dämmung sitzen, wo Fallen nicht hinkommen. Auch Lebensmittelbetriebe und Haushalte mit Säuglingen sollten nicht lange selbst probieren.
Quellen
- Umweltbundesamt: Welche Nagetiere dürfen bekämpft werden?
- Umweltbundesamt: Welche vorbeugenden Maßnahmen verhindern Nagetierbefall?
- Umweltbundesamt: Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?
- LAVES Niedersachsen: Ratten, Mäuse und Marder im Wohnumfeld des Menschen
- Stadt Münster: Ungebetene Gäste, Hausmäuse (Faltblatt, Mai 2024)
Fachliche Quellen
- Mäuse im Haus: Erlaubte Fallen und was wirklich hilft (Ratgeber Knipp Neumann) (Knipp, Neumann & Co. GmbH, Bochum, Fachbetrieb)
- Mäuse im Gartenhaus und Wohnwagen im Winter (Ratgeber Wagenschwanz) (S. Wagenschwanz GmbH, Hagen, Fachbetrieb)
Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.
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