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Wühlmausfalle: erlaubt, welche Falle, wie Sie richtig aufstellen
Schermäuse dürfen bekämpft werden, Maulwürfe nicht. Wie die Verwühlprobe beide unterscheidet, welche Falle fängt und was Gas, Karbid und Hausmittel taugen.
Lesezeit etwa 9 Minuten · Stand 08.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Große Wühlmaus (Schermaus) darf im Garten gefangen werden. Sie steht in der Bundesartenschutzverordnung ausdrücklich auf der Liste der Arten, die vom Schutz ausgenommen sind. Der Maulwurf dagegen ist besonders geschützt.
- Vor der Falle kommt die Verwühlprobe: einen Gang 20 bis 30 Zentimeter öffnen. Eine Wühlmaus stopft die Öffnung innerhalb weniger Stunden mit Erde zu, der Maulwurf gräbt sie erst nach Tagen wieder durch.
- Zangen-, Draht- und Kastenfallen fangen zuverlässig, wenn sie fest im Gang sitzen, mit Möhre oder Sellerie beködert sind und lichtdicht abgedeckt werden. Kontrolle tagsüber etwa alle zwei Stunden, Handschuhe wegen Leptospirose und Hantaviren.
- Gas, Karbid aus dem Baumarkt, Auspuffabgase und selbst gemischte Köder sind keine zugelassenen Mittel. Im Haus- und Kleingarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel für nichtberufliche Anwender eingesetzt werden, Begasung nur durch geschultes Personal.
- Beste Zeit: Spätherbst und zeitiges Frühjahr, wenn wenig Ausweichfutter da ist und die Vermehrung noch nicht begonnen hat.
Eine Wühlmausfalle dürfen Sie im Garten einsetzen. Die Große Wühlmaus, in der Fachsprache Schermaus, steht in der Bundesartenschutzverordnung auf der Liste der Arten, die vom Schutz ausgenommen sind. Zwei Bedingungen gelten trotzdem: Die Falle muss das Tier auf der Stelle töten, und Sie müssen vorher sicher sein, dass es keine Maulwurfröhre ist, in die Sie greifen. Der Maulwurf ist besonders geschützt, und eine Wühlmausfalle in seinem Gang ist ein Verstoß, der bis zu 50.000 Euro kosten kann. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die beiden Gräber auseinanderhalten, welche Falle wofür taugt und warum Gas, Karbid und Hausmittel nicht die Abkürzung sind, als die sie verkauft werden.
Schermaus oder Maulwurf: erst bestimmen, dann handeln
Wer im Oktober welkende Stauden, umgefallene Jungbäume oder ein Beet voller Erdhaufen findet, denkt oft zuerst an den Maulwurf. Meist ist es die Schermaus. Nach dem aus Nordamerika stammenden Bisam ist sie die größte heimische Wühlmaus, 12 bis 19 Zentimeter lang und über 100 Gramm schwer, so die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Sie ist reiner Pflanzenfresser. Blumenzwiebeln, Möhren, Porree, Kartoffeln, Erdbeeren und die Wurzeln von Obstbäumen, Rosen und Stauden stehen auf ihrem Speiseplan. Ein Apfelbaum, der sich mühelos aus dem Boden ziehen lässt, hat unten keine Wurzeln mehr.
Der Maulwurf frisst keine Pflanzen. Sein Gebiss ist das eines Insektenfressers, drei Viertel seiner Nahrung sind Regenwürmer, dazu Engerlinge und Schnecken. Das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beschreibt die Unterschiede im Boden: Wühlmausgänge sind rund bis hochoval, der Erdauswurf liegt seitlich neben dem Gang. Maulwurfgänge haben im Querschnitt die Form eines auf der Seite liegenden Eis, der Hügel sitzt genau über dem Gang. In Maulwurfgängen hängen Pflanzenwurzeln unversehrt hinein, in Wühlmausgängen sind sie abgefressen.
Das Problem: Beide Arten leben oft im selben Garten, und die Schermaus nutzt gern die weitläufigen Gangsysteme des Maulwurfs mit. Am Hügel allein lässt sich der Bewohner deshalb nicht sicher bestimmen. Die großen Erdauswürfe der Schermaus entstehen vor allem im Herbst, wenn sie Vorräte einträgt und den Winterbau in tiefere Schichten verlegt. In den übrigen Monaten drückt sie bei lockerem Boden die Erde nur nach oben, sodass manchmal nur eine leicht aufgerissene Oberfläche auf den unterirdischen Mitbewohner hinweist. Wie Sie ein Rattenloch von beiden unterscheiden, beschreibt der Fachbetrieb im Quellenkasten.
Die Verwühlprobe: der Test, der beide Fragen beantwortet
Die Verwühlprobe klärt in einem Schritt, ob ein Gang überhaupt bewohnt ist und von wem. Sie beginnen mit einem Suchstab, zur Not einem dicken Draht oder einem Pflanzstab, und stechen im Abstand von etwa fünf Zentimetern jeweils 10 bis 15 Zentimeter tief in den Boden. Trifft der Stab einen Gang, lässt der Widerstand schlagartig nach und er rutscht bis auf den Gangboden durch. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz empfiehlt, am Rand der befallenen Fläche zu suchen, nicht an den größten Hügeln.
Dann graben Sie den Gang an einer Stelle auf 20 bis 30 Zentimeter Länge auf und markieren beide Öffnungen mit einem Stab. Jetzt entscheidet die Zeit. Eine Schermaus duldet keinen offenen Gang: Sie stopft eine oder beide Öffnungen innerhalb weniger Stunden mit reichlich Erde zu, oft mehr als zehn Zentimeter tief. Die sächsische Gartenakademie rät, spätestens am folgenden Morgen nachzusehen. Der Maulwurf reagiert anders. Er beseitigt den Schaden häufig erst nach Tagen und stellt dann den alten Gangverlauf wieder her, indem er die geöffnete Stelle komplett durchgräbt oder seitlich umgeht. Bleibt die Öffnung über längere Zeit unberührt, ist das Gangsystem verlassen.
Erst wenn die Probe eindeutig auf Wühlmaus zeigt, kommt die Falle. Setzen Sie sie in einen Maulwurfgang, riskieren Sie den geschützten Bewohner, und zwar nicht nur rechtlich. Was für den Maulwurf gilt und was Sie dort allein dürfen, steht im Artikel Maulwurf im Garten: besonders geschützt.
Was erlaubt ist und was das Tierschutzgesetz verlangt
Die Rechtslage ist für die Schermaus klar. Das Umweltbundesamt zählt sieben Nagetiere auf, die nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung vom Schutz ausgenommen sind und bekämpft werden dürfen: Hausmaus, Wanderratte, Hausratte, Schermaus, Rötelmaus, Erdmaus und Feldmaus. Waldmaus und Brandmaus fehlen auf dieser Liste und dürfen ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde nicht bekämpft werden. Spitzmäuse sind keine Nager und ebenfalls geschützt.
Das Tierschutzgesetz setzt den Rahmen für die Methode. Nach § 4 darf ein Wirbeltier nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Für die Praxis heißt das: Eine Wühlmausfalle muss kräftig genug sein, um auf der Stelle zu töten, sie muss fest im Gang sitzen, damit sie sauber auslöst, und sie muss kontrolliert werden. Die sächsische Gartenakademie nennt tagsüber ein Intervall von etwa zwei Stunden. Weniger als eine Kontrolle am Tag ist nicht vertretbar, denn ein nur eingeklemmtes Tier muss unverzüglich von seinem Leiden erlöst werden, und das kann nur, wer die Falle auch sieht.
Lebendfallen für Wühlmäuse gibt es ebenfalls. Erlaubt sind sie, praktisch sind sie selten: Eine gefangene Schermaus steht unter Stress, der Käfig muss mehrmals täglich kontrolliert werden, und am Ende steht dieselbe Entscheidung wie bei jeder Lebendfalle, nämlich töten oder freilassen. Freilassen in der nächsten Wiese verlagert den Schaden zum Nachbarn. Was dabei zu beachten ist, steht im Artikel über Lebendfallen für Mäuse und Ratten.
Fallentypen im Vergleich
Im Handel gibt es ein Dutzend Bauarten, und die Gartenakademie Rheinland-Pfalz sagt den entscheidenden Satz dazu: Im Prinzip lässt sich mit fast jeder Falle erfolgreich arbeiten, wenn man sie richtig bedient. Die Unterschiede liegen in Handhabung, Fangrichtung und Maulwurfsicherheit.
| Fallentyp | Fängt aus | Köder | Handhabung | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Drahtfalle (Bayrische oder Badische Bauart) | einer Richtung | kleines Stück Apfel oder Möhre hinter den Auslöser | Spannen braucht Kraft und Übung | billig, aber je Öffnung eine Falle nötig; Gang oft mit Spachtel aufweiten |
| Zangenfalle | beiden Richtungen | Auslöseblättchen unbedingt beködern | Griffe zusammendrücken, Blättchen einklemmen | eine Falle je Fangstelle; Fangerfolg an den auseinanderstehenden Griffen erkennbar |
| Kastenfalle mit Schlagbügel | einer Richtung | Haken beködern, Tier muss kräftig ziehen | einfach, auch an Biegungen und Kreuzungen | maulwurfsicherer Auslösemechanismus, Falle an die Gangöffnung stellen und abdichten |
| Rohrfalle aus Edelstahl mit Suchstab und Lochschneider | beiden Richtungen | kein Köder nötig | passgenaues Loch, Gang bleibt fast unversehrt | teuerste Bauart, von Berufsfallenstellern entwickelt, Loch nach dem Fang unsichtbar verschließbar |
| Schussapparat mit Platzpatrone | einer Richtung | kein Köder | nur gesichert laden, äußerste Vorsicht | für verwühlte Fallenstellen; versehentliches Auslösen verursacht schwere Verletzungen |
| Lebendfalle (Rohr mit Klappen) | beiden Richtungen | Möhre, Sellerie | einfach | Kontrolle mehrmals täglich, danach töten oder freilassen |
Die Preise reichen von wenigen Euro für eine Drahtfalle bis zu rund 50 Euro für die Edelstahlrohrfalle. Für den ersten Versuch im Hausgarten sind Zangen- und Kastenfallen die beste Mischung aus Preis, Sicherheit und Fangerfolg.
So stellen Sie die Falle richtig
Ziehen Sie Handschuhe an, bevor Sie eine Falle anfassen. Nicht wegen des Geruchs, der stört die Wühlmaus nach Angaben der Gartenakademie Rheinland-Pfalz überhaupt nicht, sondern wegen der Krankheiten, die Nager übertragen können, darunter Leptospirose und Hantaviren. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft rät für den Umgang mit Fallen und Ködern zusätzlich zu Mundschutz und Schutzbrille, weil Hantaviren vor allem über aufgewirbelten Staub aus Kot und Urin in den Körper gelangen.
Dann in dieser Reihenfolge:
- Gang öffnen. Mit der Gartenschaufel einen Hauptgang 20 bis 30 Zentimeter freilegen, lose Erde entfernen, den Ganglauf festdrücken. Mit einem Stock prüfen, ob der Gang links und rechts gerade weiterläuft, sonst lohnt die Stelle nicht.
- Nicht in lockerer Erde. Frisch umgegrabene Beete sind schlechte Fangplätze, dort bricht der Gang beim Setzen ein.
- Falle einsetzen. So tief wie möglich in den Gang schieben, der Fangring oder die Zangenarme müssen eng an der Gangwand anliegen. Falle mit einem Stock durch den Federring fixieren.
- Beködern. Möhre, Sellerie, Apfel oder ein saftiges Wurzelstück, am besten von einer Pflanze, die im Garten nicht wächst. Die sächsische Gartenakademie rät, die Falle vorher mit dem Köder abzureiben.
- Abdecken. Fallenloch lichtdicht mit Folie oder Brett und Erde abdecken, aber eine kleine Öffnung lassen, damit die Wühlmaus zur Reparatur kommt. Ein großer Hohlraum schreckt sie ab, dann schiebt sie das Loch nur mit Erde zu.
- Kontrollieren. Nach etwa zwei Stunden nachsehen. Nach einem Fang die Falle noch einmal an derselben Stelle setzen. Bleibt sie einen Tag lang leer, umsetzen.
Ein Bau ist nach der Gartenakademie Rheinland-Pfalz meist nicht größer als 60 bis 80 Quadratmeter, und Schermäuse leben außerhalb der Paarungszeit allein. Eine Falle je Bau reicht, die Fangstellen können 10 bis 15 Meter auseinanderliegen. Wer den Fangerfolg prüfen will, macht nach ein paar Tagen erneut die Verwühlprobe.
Wann die Fallen am besten fangen
Fangen lässt sich die Schermaus das ganze Jahr. Die Bayerische Gartenakademie nennt als besten Zeitpunkt den Spätherbst und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung beginnt. Dann ist das Futterangebot knapp, der Köder lockt stärker, und jedes gefangene Tier ist eines, das im Sommer keinen Nachwuchs bekommt. Im Herbst fallen die Tiere zudem auf, weil sie Vorräte eintragen und große Erdauswürfe hinterlassen. Fallobst, das auf der Wiese liegt, nimmt dem Köder die Wirkung, also vorher aufsammeln.
Wühlmäuse wandern zu. Wer allein gegen sie vorgeht, während der Nachbargarten sie in Ruhe lässt, fängt im nächsten Jahr wieder. Die Bayerische Gartenakademie formuliert es nüchtern: Die Bekämpfung ist in vielen Fällen nur bei planmäßigem Vorgehen erfolgreich, am besten gemeinsam mit den Nachbarn. Wann welche Art im Garten aktiv wird, zeigt der Schädlingskalender.
Gas, Karbid, Köder und Ultraschall: was ausscheidet
Im Baumarkt und erst recht im Netz stehen Mittel, die den Fallenaufwand sparen sollen. Für die meisten gilt: entweder nicht erlaubt oder nicht wirksam.
Köder mit Wirkstoff gegen Wühlmäuse sind Pflanzenschutzmittel, nicht Biozide, und unterliegen dem Pflanzenschutzgesetz. Nach § 12 dürfen nur zugelassene Mittel in den zugelassenen Anwendungsgebieten und nach ihrer Gebrauchsanleitung eingesetzt werden. Im Haus- und Kleingarten sind nur Mittel erlaubt, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind oder deren Eignung das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ausdrücklich festgestellt hat. Steht auf der Packung „nur für berufliche Anwender“, ist der Einsatz im Garten verboten. Zugelassene Köder gehören ausschließlich in die Gänge, nie an die Oberfläche, sonst sind Hunde, Katzen und Vögel die Opfer.
Begasung mit Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff ist nach der sächsischen Gartenakademie größeren Flächen vorbehalten und Sache geschulten Personals. Wo Maulwürfe vorkommen, darf nicht begast werden.
Karbid aus der Grubenlampe und Auspuffabgase, die in den Gang geleitet werden, sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Wer sie einsetzt, verstößt gegen § 12 Pflanzenschutzgesetz, und in einem Mischgang trifft er den geschützten Maulwurf gleich mit.
Ultraschall, Schall- und Vibrationsstäbe verkaufen sich gut. Die Stadt Heidelberg, die ihre Obstbauern seit Jahren zum Thema schult, fasst die Erfahrung zusammen: Abschreckgeräte und viele Hausmittel bewirken wenig oder nichts. Der Maulwurf mag sich davon stören lassen, die Schermaus gräbt weiter.
Hausmittel wie Menschenhaare, Fischabfälle, Thuja- oder Holunderzweige in den Gängen beruhen auf der Geruchsempfindlichkeit der Tiere, die ihnen nachgesagt wird. Das sächsische Landesamt stuft sie als Barriere ein, nicht als Bekämpfung. Von Lappen mit Petroleum oder Benzin rät es ausdrücklich ab: Sie verstoßen gegen wasserrechtliche Vorschriften und verderben den Geschmack benachbarter Gemüsepflanzen.
Vorbeugen: Draht statt Falle
Die zuverlässigste Maßnahme kostet keine Falle, sondern Draht. Drahtkörbe aus feinmaschigem, verzinktem Geflecht schützen frisch gepflanzte Obstbäume, Rosen und Stauden über Jahre, und Pflanzkörbe bewahren Blumenzwiebeln und Knollen. Wer die Zuwanderung in ein ganzes Beet unterbinden will, gräbt engmaschigen Draht mindestens 50 Zentimeter tief ein, so die sächsische Gartenakademie. Das ist aufwendig, hält aber.
Dazu kommt die Pflege der Fläche: Gras kurz halten, Baumscheiben frei lassen, dicke Mulchschichten vermeiden. Die Bayerische Gartenakademie nennt genau diese drei Punkte, weil Wühlmäuse Deckung lieben. Offene, kurz gemähte Flächen machen sie zur leichten Beute für Greifvögel, Wiesel und Hauskatzen. Eine Sitzstange für den Mäusebussard am Rand der Wiese kostet nichts und arbeitet rund ums Jahr.
Und wenn es doch im Haus raschelt: Das ist dann keine Schermaus, sondern meist eine Hausmaus. Für sie gelten andere Fallen und andere Regeln, nachzulesen im Artikel Mausefalle: welche Falle, wo aufstellen. Wer Ratten statt Mäuse im Garten vermutet, findet die Unterschiede und die Pflicht zur Meldung unter Ratten im Garten vertreiben.
Rechtslage auf einen Blick
- Anlage 1 Bundesartenschutzverordnung: Alle heimischen Säugetiere sind besonders geschützt, mit Ausnahme der dort genannten Arten. Die Schermaus (Arvicola terrestris) steht auf dieser Ausnahmeliste und darf bekämpft werden (Umweltbundesamt). Der Maulwurf steht nicht darauf und bleibt geschützt.
- § 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz: Ein Wirbeltier darf nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Eine Wühlmausfalle muss deshalb kräftig genug sein, um auf der Stelle zu töten, und regelmäßig kontrolliert werden, damit ein verletztes Tier nicht leidet.
- § 12 Abs. 1 und 3 Pflanzenschutzgesetz: Gegen Wühlmäuse dürfen nur zugelassene Pflanzenschutzmittel nach ihrer Gebrauchsanleitung eingesetzt werden. Im Haus- und Kleingartenbereich sind nur Mittel erlaubt, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind oder deren Eignung dafür das BVL festgestellt hat.
- Köder mit Wirkstoff gehören ausschließlich in die Gänge, nie an die Oberfläche; Begasung ist größeren Flächen vorbehalten und Sache geschulten Personals, bei gleichzeitigem Maulwurfvorkommen darf nicht begast werden (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie).
Häufige Fragen
Darf ich Wühlmäuse im Garten töten?
Ja, wenn es sich um die Schermaus handelt. Sie ist in der Bundesartenschutzverordnung vom Schutz ausgenommen, ebenso Feld-, Erd- und Rötelmaus. Das Tierschutzgesetz gilt trotzdem: Die Falle muss auf der Stelle töten, und Sie müssen sie regelmäßig kontrollieren. Den Maulwurf dürfen Sie weder fangen noch töten.
Woran erkenne ich, ob Wühlmaus oder Maulwurf im Garten gräbt?
Am Gang und am Fraß. Wühlmausgänge sind rund bis hochoval, der Erdauswurf liegt seitlich vom Gang, Wurzeln sind abgefressen und Pflanzen lassen sich mühelos herausziehen. Maulwurfgänge haben im Querschnitt die Form eines liegenden Eis, der Hügel sitzt mittig über dem Gang, und Wurzeln hängen unversehrt hinein. Sicherheit bringt die Verwühlprobe.
Welche Wühlmausfalle ist die beste?
Die, die Sie richtig setzen. Zangenfallen fangen aus beiden Richtungen und brauchen nur eine Falle je Fangstelle, Drahtfallen sind billig, fangen aber nur in eine Richtung und müssen paarweise gestellt werden. Kasten- und Rohrfallen aus Metall sind einfacher zu bedienen und maulwurfsicherer. Entscheidend sind fester Sitz im Gang, Köder und lichtdichte Abdeckung.
Wie oft muss ich eine Wühlmausfalle kontrollieren?
Tagsüber etwa alle zwei Stunden, empfiehlt die sächsische Gartenakademie. Spätestens einmal täglich ist Pflicht, damit ein nur verletztes Tier nicht stundenlang leidet. Bleibt die Falle 24 Stunden leer, setzen Sie sie an eine andere Stelle um.
Hilft Karbid oder Wühlmausgas?
Karbid aus dem Baumarkt oder der Lampe ist kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen Wühlmäuse, sein Einsatz verstößt gegen § 12 Pflanzenschutzgesetz. Zugelassene Begasungsmittel dürfen nur geschulte Anwender auf größeren Flächen einsetzen, und nie dort, wo auch Maulwürfe leben. Für den Hausgarten bleiben Fallen und Drahtschutz.
Kann ich eine gefangene Wühlmaus lebend freilassen?
Lebendfallen sind erlaubt, verlangen aber Kontrolle mehrmals am Tag, weil eine gefangene Schermaus schnell unter Stress leidet. Freilassen beim Nachbarn oder auf der Streuobstwiese nebenan verlagert den Schaden nur. Wer das Tier nicht tierschutzgerecht töten kann, nimmt besser gleich eine Schlagfalle.
Quellen
- Umweltbundesamt: Welche Nagetiere dürfen bekämpft werden?
- Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Gartenakademie: Große Wühlmaus und Maulwurf im Garten (PDF)
- Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Wühlmäuse erfolgreich mit Fallen bekämpfen (PDF)
- § 12 Pflanzenschutzgesetz: Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, Haus- und Kleingartenbereich
- § 4 Tierschutzgesetz: Töten von Tieren
Fachliche Quellen
- Rattenloch im Garten: Ratte, Wühlmaus, Maulwurf? (Ratgeber Knipp Neumann) (Knipp, Neumann & Co. GmbH, Bochum, Fachbetrieb)
Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.
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