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Köderstation richtig aufstellen, befüllen und entsorgen

Was in eine Köderstation darf, wo sie steht, wie oft Sie kontrollieren und wie Köder und Kadaver entsorgt werden. Mit der Rechtslage für Privatpersonen 2026.

Lesezeit etwa 8 Minuten · Stand 08.10.2026

Schwarze Köderstation an einer Hauswand auf Kies, daneben eine Nummernmarke
Illustration, keine Abbildung zur Artbestimmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Köderstation ist eine verschlossene Box, in die nur Ratten oder Mäuse hineinkommen. Offen ausgelegte Giftköder sind in Deutschland grundsätzlich untersagt.
  • Privatpersonen dürfen seit 2026 keine Köder mit Blutgerinnungshemmern mehr kaufen. In die Station gehören bei Privatgebrauch giftfreie Monitoringköder oder eine Schlagfalle, gegen Hausmäuse in Gebäuden ein zugelassener Alphachloralose-Köder.
  • Stationen stehen auf den Laufwegen: an Wänden entlang, hinter Geräten, an Löchern und Einstiegen. Sie werden verankert, beschriftet und mit Datum erfasst.
  • Giftköder kontrollieren Fachbetriebe mindestens wöchentlich, Fallen in Stationen täglich. Nach dem Ende der Maßnahme werden alle Köder entfernt, Reste gehen zur Schadstoffsammlung.

Eine Köderstation ist eine verschlossene Box mit Einlauföffnungen, in die nur Ratten oder Mäuse passen. Sie schützt Kinder, Hunde, Katzen und Wildtiere vor dem Inhalt und hält den Köder trocken. Offen ausgelegte Giftköder sind in Deutschland grundsätzlich untersagt, deshalb gehört jeder Köder mit Wirkstoff in eine solche Station. Für Privatpersonen hat sich 2026 viel geändert: Köder mit Blutgerinnungshemmern gibt es im Handel nicht mehr. Was heute in die Station darf, wo sie steht und wie Sie sie wieder loswerden, lesen Sie hier.

Was eine Köderstation ist und warum sie Pflicht ist

Die Station besteht aus einem Kunststoffgehäuse mit Deckel, Schloss oder Verriegelung, innen einem Labyrinth oder einer Trennwand und Haltestäben für Köderblöcke. Ratten und Mäuse gehen hinein, weil die Box dunkel und eng ist, also genau das, was sie auf ihren Laufwegen suchen. Ein Hund kommt mit der Schnauze nicht an den Köder, ein Kind bekommt den Deckel ohne Schlüssel nicht auf.

Das Umweltbundesamt stellt klar, dass Fraßköder ohne Köderstation nicht ausgelegt werden dürfen. Die einzige Ausnahme gilt für geschulte berufsmäßige Verwender in geschützten Bereichen, etwa in verschlossenen Kanalschächten. Für den Garten, den Keller oder die Garage heißt das: Jeder Köder mit Wirkstoff liegt in einer verankerten, verschlossenen Station. Ein Köderblock unter dem Gartenhaus, ein Tütchen hinter der Mülltonne oder ein Häufchen Körner im Keller sind nicht erlaubt und gefährden vor allem Haustiere und Greifvögel.

Die Station hat noch einen zweiten Nutzen. Sie macht Befall sichtbar. Wer giftfreie Monitoringköder hineinlegt, sieht am Fraß, ob überhaupt Tiere unterwegs sind, wie viele und wo. Das ist seit 2026 wichtiger denn je, weil Giftköder nur noch bei nachgewiesenem Befall liegen dürfen.

Was Privatpersonen 2026 hineinlegen dürfen

Hier ist die Rechtslage knapp, aber deutlich. Die Zulassungen aller Blutgerinnungshemmer für die breite Öffentlichkeit wurden nicht verlängert, auch nicht für die Wirkstoffe der ersten Generation wie Warfarin oder Coumatetralyl. Nach Angaben des BAuA-Helpdesks durften die letzten Verbraucherprodukte bis zum 25. April 2026 verkauft und bis zum 22. Oktober 2026 verwendet werden. Seit dem 1. Juli 2026 sind Antikoagulanzien nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen. Wer einen angebrochenen Beutel aus dem Baumarkt im Schrank hat, darf ihn nach dem 22. Oktober 2026 nicht mehr verwenden.

Was bleibt für den Privatgebrauch:

  • Giftfreie Monitoringköder. Blöcke oder Pasten ohne Wirkstoff, die Fraßspuren zeigen. Sie sind frei verkäuflich und eignen sich, um Befall festzustellen und den Erfolg einer Maßnahme zu prüfen.
  • Schlagfallen in der Station. Viele Stationen nehmen eine Schlagfalle auf. Die Box schützt dann Kinder und Haustiere vor dem Bügel, und das Tier wird nicht offen sichtbar. Welche Falle sich eignet, zeigt der Vergleich der Rattenfallen.
  • Alphachloralose gegen Hausmäuse. Der einzige Wirkstoff, der für Verbraucher noch zugelassen ist. Er wirkt nur gegen Mäuse, nur in geschlossenen Gebäuden und nur in Köderstationen. Gegen Ratten ist er weder geeignet noch zugelassen. Katzen und Hunde reagieren empfindlich, der Köder muss deshalb unerreichbar bleiben.

Alle Produkte mit Wirkstoff fallen seit dem 1. Januar 2025 unter das Selbstbedienungsverbot. Sie stehen nicht mehr frei im Regal, sondern werden nach einem Abgabegespräch durch eine sachkundige Person verkauft, im Versandhandel per Telefon oder Video vor dem Vertragsschluss. Ein Shop, der Rattengift ohne diesen Schritt verschickt, handelt nicht nach den Regeln. Mehr dazu im Artikel über Rattengift und die Rechtslage für Privatpersonen.

Wo die Station steht

Ratten und Mäuse laufen nicht quer durch den Raum. Sie folgen Wänden, Rohren, Kanten und Hecken, weil sie dort Deckung haben. Eine Station mitten auf der Rasenfläche bleibt leer, dieselbe Station an der Garagenwand wird angenommen. Gute Standorte sind:

OrtWarumHinweis
Entlang von Außenwänden und ZäunenHauptlaufwegeÖffnungen parallel zur Wand ausrichten
An Löchern, Kotspuren, SchmierspurenBefall ist hier belegtnicht direkt in das Loch, sondern daneben
Hinter Mülltonnen, Kompost, LagerplätzenFutterquellenzuerst die Futterquelle sichern
An Einstiegen in Gebäude (Kellerfenster, Rohrdurchführungen, Tore)Übergang innen und außenmit Verschluss der Öffnung kombinieren
In Garage, Keller, Lagerraum an der WandDeckung, Dunkelheitnicht in Reichweite von Kindern

Für die Anzahl gibt es keine Zahl, die überall stimmt. Ratten legen weite Wege zurück und leben in Rudeln, deshalb reicht pro Laufweg oder Einstieg oft eine Station, die über Tage angenommen wird. Hausmäuse haben kleine Reviere und fressen an vielen Stellen jeweils wenig, deshalb setzen Fachbetriebe an jeder Befallsstelle zwei bis drei Stationen dicht beieinander. Wer unsicher ist, beginnt mit giftfreien Monitoringködern an mehreren Stellen und verdichtet dort, wo Fraß sichtbar wird.

Ratten sind misstrauisch gegenüber allem, was neu auf ihrem Weg steht. Eine frisch aufgestellte Station wird einige Tage gemieden. Das ist normal, nicht umstellen, nicht nachhelfen, einfach stehen lassen.

Befüllen und sichern

Beim Befüllen zählen drei Dinge: Handschuhe, Fixierung, Verankerung. Handschuhe, weil die Tiere menschlichen Geruch meiden und weil Köder mit Wirkstoff nicht an die Haut gehören. Fixierung, weil ein loser Köderblock herausgetragen und anderswo gefressen werden kann; der Block kommt deshalb auf den Haltestab oder in die Klemmung. Verankerung, weil eine Station, die ein Hund umkippt oder ein Sturm verschiebt, ihren Schutz verliert; Stationen werden mit Erdanker, Pflasterstein oder Schraube fixiert.

Auf jede Station gehört eine Beschriftung: Inhalt, Datum, Kontaktperson. Fachbetriebe sind dazu verpflichtet, für den Privatgebrauch ist es schlicht praktisch, besonders wenn andere Personen im Haushalt oder im Garten unterwegs sind. Ein kleiner Plan mit allen Standorten hilft, keine Station zu vergessen.

Kontrolle und Dokumentation

Wie oft kontrolliert wird, hängt vom Inhalt ab. Eine Schlagfalle in der Station ist nach Vorgabe des Umweltbundesamts mindestens täglich zu prüfen, besser alle 12 Stunden, damit ein verletztes Tier nicht leidet. Giftköder mit Blutgerinnungshemmern kontrollieren sachkundige Verwender mindestens wöchentlich, bei Mäusen im Abstand von zwei bis drei Tagen. Monitoringköder ohne Wirkstoff können in längeren Abständen geprüft werden, etwa alle ein bis zwei Wochen.

Bei jeder Kontrolle notieren Sie Datum, Station, Fraß oder Fang. Diese Notizen sind kein Selbstzweck. Sie zeigen, ob der Befall abnimmt, ob eine Station falsch steht und wann die Maßnahme beendet werden kann. Wer den Befall zusätzlich im Radar erfasst, hilft Nachbarn, rechtzeitig vorzubeugen: Sichtung melden. Wer Ratten auf öffentlichen Flächen sieht, meldet das außerdem der Stadt, die Wege stehen unter Ratten melden: Pflicht und Stellen.

Entsorgen: Kadaver, Köder, Station

Tote Tiere fassen Sie nur mit Handschuhen oder einer Zange an. Sie kommen in einen dicht verschlossenen Beutel und nach Hinweis des Umweltbundesamts über den Hausabfall oder eine Tierkörperbeseitigungsanstalt weg. Bei Giftködern ist der verschlossene Beutel besonders wichtig, damit kein Hund, keine Katze und kein Greifvogel an den Kadaver kommt.

Reste von Rodentiziden sind gefährlicher Abfall. Sie gehören nicht in die Restmülltonne, nicht in die Toilette und nicht auf den Kompost, sondern zur Schadstoffsammelstelle oder zum Schadstoffmobil Ihrer Stadt, am besten in der Originalverpackung. Das gilt auch für angebrochene Verbraucherprodukte, die seit dem 22. Oktober 2026 nicht mehr verwendet werden dürfen.

Nach dem Ende einer Bekämpfung werden alle Giftköder entfernt. Das Umweltbundesamt nennt das ausdrücklich, und seit dem Wegfall der befallsunabhängigen Dauerbeköderung ist ein Köder, der „zur Sicherheit“ liegen bleibt, nicht mehr zulässig. Die leere Station darf bleiben und mit giftfreien Monitoringködern weiterlaufen. Sie ist dann ein Frühwarnsystem, kein Gift.

Kaufen oder mieten

Beide Wege sind üblich. Wer selbst mit giftfreien Ködern oder Fallen arbeitet, kauft Stationen und behält sie. Wer einen Fachbetrieb beauftragt, bekommt die Stationen je nach Vertrag gekauft oder gemietet: Gekaufte Stationen gehen in Ihr Eigentum über und bleiben nach der Maßnahme stehen, gemietete werden nach dem Abschluss abgeholt. In beiden Fällen entfernt der Betrieb am Ende die Köder. Für ein Mehrfamilienhaus, einen Betrieb oder ein Grundstück mit Kanalanschluss ist der Fachbetrieb meist der kürzere Weg, weil er Befall nachweisen, Köder mit Wirkstoff einsetzen und die Dokumentation führen darf.

Wann die Station allein nicht reicht

Eine Köderstation bekämpft nichts, wenn die Ursache bleibt. Offener Kompost mit Essensresten, Vogelfutter auf dem Boden, Kleintierfutter im Stall und Löcher in der Kellerwand ziehen neue Tiere an. Was im Garten wirklich hilft, steht im Artikel Ratten im Garten vertreiben. Kommen die Tiere aus dem Kanal, sehen Sie mehrere Ratten am Tag oder finden Sie Kot an vielen Stellen, ist das ein Fall für den Fachbetrieb und für die Meldung an die Stadt.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Rechtslage auf einen Blick

  • § 10 Chemikalien-Biozidrechts-Durchführungsverordnung: Rodentizide dürfen seit 1. Januar 2025 nicht in Selbstbedienung verkauft werden; vor dem Kauf steht ein Abgabegespräch mit einer sachkundigen Person, im Versandhandel per Telefon oder Video (§ 12).
  • Antikoagulanzien sind seit 1. Juli 2026 nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde zugelassen (BAuA). Verbraucherprodukte durften bis 25. April 2026 verkauft und bis 22. Oktober 2026 verwendet werden.
  • Eine befallsunabhängige Dauerbeköderung wird seit 1. Juli 2026 nicht mehr zugelassen. Giftköder dürfen nur bei festgestelltem Befall liegen und sind nach Abschluss der Maßnahme zu entfernen (Umweltbundesamt).
  • Fallen in Köderstationen sind mindestens täglich zu kontrollieren, idealerweise alle 12 Stunden (Umweltbundesamt).

Häufige Fragen

Darf ich als Privatperson überhaupt noch eine Köderstation mit Gift befüllen?

Mit Blutgerinnungshemmern nicht mehr. Die Zulassungen für Verbraucher sind ausgelaufen, der Handel endete am 25. April 2026, die Verwendung von Restbeständen am 22. Oktober 2026. Erlaubt bleiben giftfreie Monitoringköder, Schlagfallen in der Station und gegen Hausmäuse in geschlossenen Gebäuden zugelassene Produkte mit Alphachloralose, die über ein Abgabegespräch verkauft werden.

Wie viele Köderstationen brauche ich?

Das hängt von der Fläche und von der Art ab. Ratten laufen weite Wege, Mäuse bewegen sich in kleinen Revieren und nutzen mehrere Futterstellen. Faustregel aus der Praxis der Fachbetriebe: bei Ratten eine Station je Laufweg oder Einstieg, bei Mäusen deutlich dichter, an jeder Befallsstelle zwei bis drei Stationen.

Wie oft muss ich kontrollieren?

Eine Schlagfalle in der Station täglich, besser alle 12 Stunden. Giftköder mit Blutgerinnungshemmern kontrollieren sachkundige Verwender mindestens wöchentlich, bei Mäusen alle zwei bis drei Tage. Wer das nicht leisten kann, nimmt digitale Fallen mit Fangmeldung oder beauftragt einen Fachbetrieb.

Was mache ich mit einer toten Ratte aus der Station?

Mit Handschuhen oder einer Zange in einen dicht schließenden Beutel geben und über den Hausmüll oder eine Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgen. Bei Giftködern den Beutel so verschließen, dass Hunde, Katzen und Greifvögel nicht herankommen.

Wohin mit alten Giftködern?

Reste von Rodentiziden sind gefährlicher Abfall und gehören nicht in die Restmülltonne, nicht in die Toilette und nicht auf den Kompost. Abgabe an der Schadstoffsammelstelle oder beim Schadstoffmobil Ihrer Stadt, am besten in der Originalverpackung.

Kaufen oder mieten?

Beides ist üblich. Gekaufte Stationen bleiben nach der Maßnahme bei Ihnen und können für giftfreies Monitoring weiterlaufen. Gemietete Stationen holt der Fachbetrieb nach dem Abschluss ab. Entscheidend ist, dass nach dem Ende der Bekämpfung kein Giftköder mehr liegt.

Quellen

Fachliche Quellen

Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.

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