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Lebensmittelmotten: Pheromonfalle richtig einsetzen, Vorräte retten

Die Pheromonfalle fängt nur Männchen und zeigt den Befall, sie beendet ihn nicht. Wo sie hängt, wie Sie sie lesen und wie Sie Vorräte und Schrank retten.

Lesezeit etwa 9 Minuten · Stand 08.10.2026

Vorratsregal mit Gläsern und einer dreieckigen Pheromonfalle, eine kleine Motte
Illustration, keine Abbildung zur Artbestimmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Pheromonfalle fängt mit dem Sexuallockstoff der Weibchen ausschließlich paarungsbereite Männchen. Sie zeigt, ob und wo Falter schlüpfen. Das Umweltbundesamt stellt klar, dass Lockstofffallen allein nicht ausreichen, um einen Befall sicher zu beseitigen.
  • Richtig eingesetzt ist die Falle ein Messgerät: mehrere Fallen an verschiedenen Stellen grenzen die Quelle ein, eine Falle nach der Reinigung zeigt, ob noch etwas schlüpft. Nach Angaben des Umweltbundesamts gehört sie auch nach der Bekämpfung weiter in den Schrank.
  • Den Befall beenden Vorräte und Schrank: Befallenes entsorgen, Unauffälliges 24 Stunden bei minus 18 Grad einfrieren oder eine Stunde bei 60 Grad erhitzen, den Schrank leer räumen, Ritzen aussaugen und mit Essigwasser wischen, dann alles in dicht schließende Gläser und Dosen.
  • Lebensmittelmotten und Kleidermotten brauchen verschiedene Lockstoffe. Eine Falle für die Dörrobstmotte fängt im Kleiderschrank nichts, und umgekehrt. Auf der Packung steht, für welche Art der Lockstoff gilt.

Die Pheromonfalle ist das meistgekaufte und am häufigsten missverstandene Mittel gegen Lebensmittelmotten. Sie hängt im Schrank, sie fängt, und nach drei Wochen klebt ein Dutzend Falter auf dem Streifen. Trotzdem flattert am Abend wieder einer über dem Herd. Das liegt nicht an der Falle, sondern an dem, was sie kann: Sie fängt mit dem Sexuallockstoff der Weibchen ausschließlich Männchen, die auf Partnersuche sind. Weibchen, Eier, Larven und Puppen erreicht sie nicht. Das Umweltbundesamt sagt es in einem Satz: Lockstofffallen allein reichen nicht aus, um den Befall sicher zu beseitigen. Richtig eingesetzt ist die Falle trotzdem das nützlichste Werkzeug im Schrank, nur eben als Messgerät. Dieser Artikel erklärt, wie Sie sie aufhängen, ablesen und mit welcher Reihenfolge Sie den Befall tatsächlich beenden.

Wie die Falle arbeitet

In der Falle steckt ein kleines Plättchen oder eine Kapsel mit einem synthetischen Duftstoff, der dem Sexuallockstoff der Mottenweibchen nachgebaut ist. Männchen nehmen ihn über ihre Fühler wahr, fliegen gegen den Duftstrom an und landen auf einer Klebefläche. Das Umweltbundesamt beschreibt genau diesen Mechanismus: Die Fallen enthalten die Sexuallockstoffe der Weibchen und locken paarungsbereite Männchen auf einen Klebestreifen.

Drei Folgen ergeben sich daraus. Erstens fängt die Falle nur, solange Männchen fliegen, also nur die erwachsenen Falter, die nach Angaben des Umweltbundesamts selbst nichts mehr fressen und nur zehn bis vierzehn Tage leben. Zweitens fängt sie nicht alle: Das Julius Kühn-Institut formuliert vorsichtig, dass Fallen nur einen Teil der Männchen fangen. Ein paar erreichen die Weibchen trotzdem, und ein befruchtetes Weibchen legt bis zu 300 Eier. Drittens ist der Lockstoff artspezifisch. Die Falle für die Dörrobstmotte, die häufigste Art in Vorräten, lockt auch die Mehlmotte, aber keine Kleidermotte. Für den Kleiderschrank gibt es Fallen mit einem anderen Lockstoff, und das Umweltbundesamt nennt für beide Arten dasselbe Prinzip.

Die Falle enthält keinen Wirkstoff, der Tiere tötet. Sie tötet nur durch den Leim, unterliegt keinem Selbstbedienungsverbot und kann in jeder Küche hängen, auch neben offenen Lebensmitteln.

Wo sie hängt und wie viele

Falter sitzen oben. Sie ruhen an Schrankdecken, an der Kante zwischen Wand und Zimmerdecke und an der Oberseite von Hängeschränken. Dort gehört die Falle hin: in den Vorratsschrank oder direkt daneben, in Augenhöhe oder höher, nicht unten in die Ecke beim Mülleimer. Das Umweltbundesamt empfiehlt, zum Ermitteln des Befalls mehrere Fallen an verschiedenen Stellen zu platzieren, etwa in der Vorratskammer und im Küchenschrank. Genau das ist die Suchphase: eine Falle im Schrank mit Mehl und Müsli, eine im Schrank mit Tierfutter, eine in der Speisekammer. Nach einer Woche zeigt die vollste Falle den Bereich, in dem die Quelle liegt.

Zwei Orte sind falsch. Neben dem offenen Fenster lockt der Duft Falter aus dem Treppenhaus oder vom Nachbarn herein, die Zählung steigt, ohne dass im eigenen Schrank etwas los ist. Und neben starken Düften, Gewürzregal, Kaffee, Duftkerze, geht der Lockstoff unter. Hängt die Falle einmal, bleibt sie dort; wer sie jede Woche umhängt, kann die Zahlen nicht mehr vergleichen.

Die Falle lesen

Eine Pheromonfalle liefert eine Zahl pro Woche, und diese Zahl erzählt eine Geschichte. Steigt sie, schlüpfen gerade viele Männchen, die Quelle ist aktiv und die nächste Generation läuft. Fällt sie nach der Reinigung über zwei, drei Wochen auf null, haben Sie die Quelle erwischt. Bleibt sie wochenlang bei zwei oder drei Tieren, sitzt irgendwo eine kleine Restquelle, eine übersehene Packung, eine Puppe in einer Ritze, eine Tüte Vogelfutter im Keller.

Die wichtigste Lesehilfe: Eine volle Falle ist kein Erfolg. Sie beweist, dass viele Männchen fliegen, also viele Larven gefressen haben und viele Puppen gereift sind. Wer eine volle Falle sieht und sich freut, hat die Richtung verwechselt. Die Falle bleibt nach dem Umweltbundesamt auch nach einer Bekämpfung hängen, um den Erfolg zu kontrollieren; erst wenn sie über eine volle Entwicklungszeit von zwei bis drei Monaten leer bleibt, ist der Befall vorbei.

Hersteller geben für den Lockstoff meist sechs bis acht Wochen an, manche bis zwölf. Das ist eine Herstellerangabe, keine amtliche Vorgabe, aber sie erklärt einen typischen Fehler: Nach zwei Monaten fängt die Falle nichts mehr, weil der Duft verflogen ist, nicht weil die Motten weg sind. Datum auf die Falle schreiben und rechtzeitig wechseln.

Warum die Falle allein nichts beendet

Die Rechnung ist einfach. Ein Weibchen legt nach dem Umweltbundesamt bis zu 300 Eier in Ritzen, Fugen und Verpackungsfalze, die Entwicklung dauert 30 bis 75 Tage, in der beheizten Küche laufen bis zu vier Generationen im Jahr. Die Falle fängt einen Teil der Männchen einer Generation. Der Rest paart sich, und die Weibchen fliegen an keiner Falle der Welt vorbei, weil kein Lockstoff sie interessiert. Das Julius Kühn-Institut zieht denselben Schluss: Zur Bekämpfung sind die Fallen nicht geeignet.

Wer den Befall beenden will, muss dorthin, wo die Falle nicht hinkommt: zu den Larven in den Vorräten und zu den Puppen in den Ritzen.

Die Reihenfolge, die funktioniert

SchrittWas Sie tunWarum
1. Schrank ausräumenAlles heraus, jede Packung öffnen und ansehenDie Quelle sitzt in einer Packung, oft hinten
2. SortierenGespinste, Larven, Klumpen, Bohrlöcher: dicht verpackt in die Tonne draußen. Unauffälliges: Schritt 3Befallenes retten Sie nicht; Eier in Falzen sind unsichtbar
3. Unauffälliges behandeln24 Stunden bei minus 18 Grad einfrieren oder eine Stunde bei 60 Grad erhitzen (Umweltbundesamt)Eier und junge Larven sterben, die Packung bleibt verwertbar
4. Schrank reinigenRegalböden heraus, Bohrlöcher, Scharniere, Fugen und Schrankdecke aussaugen, mit Essigwasser wischen, Ritzen mit dem Föhn erhitzenPuppen und Eier sitzen im Möbel, nicht nur in der Nahrung
5. UmfüllenAlles in Gläser mit Schraubgewinde oder Dosen mit DichtringPappe und Folie sind keine Barriere, Larven bohren sich durch
6. Falle hängenEine Falle je Raum, Datum notierenKontrolle über zwei bis drei Monate

Zu Schritt 5 lohnt ein Blick auf das Informationsblatt des Julius Kühn-Instituts: Insektendicht sind Behältnisse mit Schraubgewinde oder speziellen Dichtungen, reguläre Blechdosen sind es meist nicht. Deckel müssen fest schließen, zuerst eingelagerte Vorräte werden zuerst verbraucht, und befallsgefährdete Ware, die längere Zeit über 15 Grad steht, kann vorbeugend ein bis zwei Tage eingefroren werden, um Eier auf der Verpackung abzutöten. Nüsse gehören laut Institut grundsätzlich in den Kühlschrank.

Zu Schritt 4 ein Hinweis aus der Praxis: Die Larven verlassen zum Verpuppen die Nahrung und wandern nach oben. Das Julius Kühn-Institut nennt die Ritzen und Fugen der Verpackungen, den Vorratsschrank und die obere Ecke zwischen Zimmerwand und Decke. Wer nur die Regalböden wischt, lässt die Puppen über dem Schrank sitzen, und sechs Wochen später hängen wieder Männchen in der Falle.

Was nicht hilft

Sprays im Vorratsschrank treffen die Falter an der Wand, nicht die Larven in der Packung und nicht die Puppen im Bohrloch, und sie gehören nicht an Lebensmittel. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab, im Vorratsbereich Sprühmittel auf Pyrethroid-Basis einzusetzen. Lavendel, Zedernholz und Nelkenöl überdecken Gerüche und stören die Orientierung der Falter etwas, beenden aber nichts, und in der Küche wandert der Duft in die Lebensmittel. Das wahllose Wegwerfen aller Vorräte ist teuer und trotzdem unvollständig, solange die Puppen im Schrank bleiben.

Eine Grenze gibt es auch für die Selbsthilfe. Wenn die Falle nach einer vollständigen Entwicklungszeit, also nach zwei bis drei Monaten mit sauberem Schrank und dichten Behältern, weiter fängt, liegt die Quelle außerhalb der Küche: im Keller beim Tierfutter, in der Dämmung einer Dachschräge, in einer Nachbarwohnung, aus der die Falter über das Treppenhaus kommen, oder in einem Hohlraum, den niemand öffnet. Dann findet ein Fachbetrieb die Quelle mit mehreren Fallen und einer gezielten Behandlung der Verstecke.

Kleidermotten: gleiche Idee, anderer Lockstoff

Wer im Kleiderschrank Löcher in Wolle findet, hat eine andere Art. Die Kleidermotte wird nach dem Umweltbundesamt bis zu einem Zentimeter lang, ihre Larven fressen keratinhaltiges Material wie Wolle, Haare und Federn, Baumwolle rühren sie nicht an. Auch für sie gibt es Pheromonfallen für Männchen, und auch hier dienen sie nach Angaben des Umweltbundesamts dazu, den Befallsherd zu finden und den Erfolg zu kontrollieren. Der Lockstoff ist ein anderer, die Falle aus dem Vorratsschrank fängt im Kleiderschrank nichts. Textilien werden nach dem Umweltbundesamt bei mindestens minus 19 Grad für mindestens 36 Stunden eingefroren, also deutlich länger als Vorräte. Wer unsicher ist, welche Larve er vor sich hat, findet die Abgrenzung zu einem häufigen Verwechslungsfall im Artikel über Teppichkäfer und Pelzkäfer.

Für beide Arten gilt dieselbe einfache Vorbeugung, die das Umweltbundesamt auch empfiehlt: Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren, damit im Sommer keine Falter von draußen hereinfliegen; welches Gitter wohin passt, steht im Artikel über Fliegengitter für Fenster und Türen. Und wer nach der Reinigung wieder Falter sieht, kann die Sichtung im Radar melden; gerade in Mehrfamilienhäusern zeigt die Karte mit Zählständen manchmal, dass es nicht die eigene Küche ist, sondern das ganze Haus.

Rechtslage auf einen Blick

  • Umweltbundesamt, Lebensmittelmotten: Dörrobstmotte und Mehlmotte etwa 1 cm, bis zu 300 Eier je Weibchen, Entwicklung 30 bis 75 Tage, bis zu vier Generationen im Jahr; Pheromonfallen locken Männchen auf einen Klebestreifen; Sprühmittel auf Pyrethroid-Basis sollen im Vorratsbereich nicht eingesetzt werden.
  • Julius Kühn-Institut, Informationsblatt „Vorräte richtig schützen“ (2016): Mottenfallen fangen nur einen Teil der Männchen, lassen einen Befall früh erkennen, sind zur Bekämpfung aber nicht geeignet; reguläre Blechdosen sind meist nicht insektendicht, geeignet sind Behälter mit Schraubgewinde oder Dichtung.
  • Pheromonfallen enthalten keinen Wirkstoff gegen die Tiere, sondern einen Lockstoff und Leim; sie unterliegen keinem Selbstbedienungsverbot und dürfen in jedem Haushalt eingesetzt werden.

Häufige Fragen

Wie viele Pheromonfallen braucht man?

Zum Eingrenzen der Quelle mehrere, das Umweltbundesamt empfiehlt Fallen an verschiedenen Stellen, etwa in der Vorratskammer und im Küchenschrank. Zur Kontrolle nach der Reinigung reicht eine Falle je Raum, in dem Lebensmittel lagern. Zwei Fallen in einem kleinen Schrank bringen nichts, sie konkurrieren um dieselben Männchen.

Wo hängt die Falle richtig?

Im Vorratsschrank oder in dessen Nähe, in Augenhöhe oder höher, denn die Falter sitzen oben an Decken und Schrankkanten. Nicht neben dem offenen Fenster, sonst lockt der Duft Falter von draußen in die Küche, und nicht neben Gewürzen oder Duftkerzen, die den Lockstoff überdecken. Die Falle bleibt an ihrem Platz, ein Umhängen verwirrt die Zählung.

Wie lange wirkt eine Pheromonfalle?

Hersteller geben meist sechs bis acht Wochen an, manche bis zu zwölf; danach lässt der Lockstoff nach, auch wenn die Klebefläche noch frei ist. Das ist eine Herstellerangabe, keine amtliche Vorgabe. Notieren Sie das Datum auf der Falle und wechseln Sie sie, bevor die Zählung zu gut aussieht, nur weil der Duft verflogen ist.

Die Falle ist voll, sind die Motten jetzt weg?

Nein, eher im Gegenteil. Eine volle Falle beweist, dass viele Männchen schlüpfen, also irgendwo Larven fressen und Puppen reifen. Die Weibchen fliegen weiter und legen weiter Eier. Eine volle Falle ist ein Auftrag, die Quelle zu suchen, nicht ein Erfolg.

Reicht Einfrieren, um befallene Vorräte zu retten?

Für Packungen ohne sichtbaren Befall ja: mindestens 24 Stunden bei minus 18 Grad, so das Umweltbundesamt, oder eine Stunde bei 60 Grad im Backofen, wobei Erhitzen Geschmack und Konsistenz verändern kann. Packungen mit Gespinsten, Larven oder Bohrlöchern retten Sie nicht, die gehören dicht verpackt in die Tonne draußen.

Fängt die Lebensmittelmotten-Falle auch Kleidermotten?

Nein. Jede Art hat ihren eigenen Lockstoff, der Lockstoff der Dörrobstmotte lässt Kleidermotten kalt. Für den Kleiderschrank gibt es eigene Fallen mit dem Lockstoff der Kleidermotte. Auf der Packung steht die Zielart; wer beides hat, braucht beides.

Warum kommen die Motten nach der Reinigung wieder?

Weil Puppen und Eier in Ritzen überleben, in Bohrlöchern der Schrankwand, hinter Scharnieren, in der Fuge zwischen Schrank und Wand oder in einer übersehenen Packung ganz hinten. Die Entwicklung dauert 30 bis 75 Tage, deshalb taucht die nächste Generation Wochen nach dem Großputz auf. Die Falle, die weiter hängt, zeigt genau das an, und die Suche beginnt bei den Ritzen.

Quellen

Fachliche Quellen

Zahlen und Rechtslage zuletzt geprüft am 08.10.2026. Keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Genehmigungen und Bußgeldern entscheidet die zuständige Behörde Ihrer Stadt.

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